Yogalehrerausbildung bestanden – und nun? Wie finde ich Arbeit als frischgebackener Lehrer? Erste Schritte zu einer erfolgreichen Laufbahn

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Lehrerausbildung. Jetzt soll es richtig losgehen, und du möchtest unterrichten. Wir haben dir hier Fragestellungen und Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen sollen, dich in der Yoga-Community besser zurechtzufinden und einen Job zu finden. Sie sollen dich dabei unterstützen, als Lehrer Fuß zu fassen, vor allen Dingen, wenn du noch keine Erfahrung vorzuweisen hast. Zwei klassische Möglichkeiten sind ein „Apprenticeship“ und Assistieren in Kursen. Erkundige dich, ob dein Ausbildungsinstitut ein Apprenticeship-Programm anbietet. So ein Übergangsprogramm stellen viele Schulen zur Verfügung, es ist wie ein „Training on the Job“. Die Lehrer in spe lernen dort das gesamte Tageshandwerk der jeweiligen Schule (Raum vorbereiten, wie funktionieren Musikanlage, Licht, Lüftung, usw.). Die Auszubildenden übernehmen in Absprache mit ihrem Mentor kleine Teile im Unterricht und können so in ihre Rolle hineinwachsen. Der Mentor ist ein erfahrener Lehrer und beantwortet dir viele Fragen. Es ist wie die Fortsetzung deiner Lehrerausbildung.

Dazu gehört auch das Assistieren in Klassen; dies ist die kleine Schwester des Apprenticeship- Programms. Sehr oft ist das ein wichtiger Schritt zu einer eigenen Unterrichtsstunde. Häufig ist das der erste Test der Schule, ob du in das Team passt und wie du dich dort verhältst. In diesen fast immer unbezahlten Stunden kannst du Erfahrungen sammeln und zum ersten Mal Yogaunterricht in einem tatsächlichen Kontext erleben. Du stehst mit vorne vor den Teilnehmern, das ist eine völlig neue Perspektive. Im Teacher-Training arbeitet man ja eher in einer Situation, in der man die anderen Teilnehmer des Trainings unterrichtet. Es ist etwas anderes, an einem „normalen“ Kurs mitzuwirken und die Schüler dort kennenzulernen. Ein weiterer unschätzbarer Vorteil ist, dass du deine gelernten Adjustments und den Einsatz von Hilfsmitteln verfeinern kannst.

Oft kommt dann auch irgendwann der erste Vertretungskurs, in dem du dich beweisen kannst, und danach vielleicht ein fester Kurs.

Was ist einzigartig an dir?

Jeder Mensch ist anders. Auch an dir gibt es Merkmale, die dich einzigartig machen und die über deine reine Yogalehrerausbildung hinausgehen. Vielleicht hast du eine Berufsausbildung im Bereich Medizin. Vielleicht bist du Hebamme oder Physiotherapeut. Oder Tänzer, Kampfsportler, Manager, Koch, Psychiater… .

Mithilfe dieser Merkmale kannst du herausfinden, was du besonders gut kannst. Damit meinen wir nicht irgendwelche körperlichen Übungen, sondern deine Qualitäten im Umgang mit Schülern.

Bist du jemand, der Menschen motivieren kann, ihre Grenzen zu erweitern? Oder ist deine Stärke eher, Menschen zu beruhigen und ihnen Entspannung näherzubringen? Kannst du komplizierte Sachverhalte einfach erklären? Mach dir diese positiven Aspekte deiner Fähigkeiten bewusst und schreib sie am besten auf.

Position beziehen

Die Fragen im vorherigen Kapitel geben dir mehr Klarheit für deine Ausgangssituation. Eine Yogaunterrichtsstunde folgt immer einem bestimmten Konzept. Es gibt eine Zielsetzung, und die einzelnen Komponenten spielen zusammen. Auch deine Suche nach Arbeitgebern sollte so einer Systematik folgen. Um überhaupt einen Einstieg zu finden, stellst du dir am besten die folgenden wichtigen Fragen.

Was für einen Yogastil möchtest du unterrichten?

Beantworte dir, welche Stilrichtung oder Yogaform du anbieten möchtest. Charakterisiere deinen zukünftigen Unterricht. Stilunabhängig? Möchtest du Yogaunterricht mit Schwerpunkt Meditation oder fitnessorientierte Yogaklassen mit Musik anbieten? Versuche dabei so genau wie möglich zu sein.

Weiterhin solltest du eine kurze Antwort auf die Frage „Du bist ja jetzt Yogalehrer, was unterrichtest du denn?“ parat haben. Diese Frage wird einem häufig von Mitmenschen gestellt, die mit Yoga noch keine Berührungspunkte hatten. Aber natürlich stellen auch deine Yogalehrer-Kollegen oder potenzielle Arbeitgeber gern so eine Frage. Du solltest dann in der Lage sein, in einer Minute (wie z.B. in der Schlange an der Supermarktkasse) zu erklären, was du machst. Die Antwort auf die Frage sollte in jedem Fall ehrlich, schnell und ausreichend nuanciert sein.

Beispiele:

  • Vinyasa-Yoga (Koordination von Atem und Bewegung)
  • Stilrichtung (Iyengar, Power Yoga, Bikram, Ashtanga, Anusara, Prana Flow, Jivamukti,…) oder stiloffen
  • sportlich und bewegungsorientiert
  • Prä- und Postnatal Yoga
  • Kinderyoga
  • Hotyoga
  • Yoga für Menschen mit Handicap
  • Yoga am Meer in Retreat-Form
  • Meditation
  • Yin Yoga

Schreib dir mögliche Antworten auf diese Frage auf.

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