Arganöl für die Körperpflege: Das Schönheits­geheimnis marokkanischer Berberfrauen. Über das „flüssige Gold“ Marokkos und seine Vorzüge

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Flüssiges Gold ist eine Assoziation, die sich beim Anblick von Arganöl geradezu anbietet. Im Hinblick auf die ernährungsphysiologischen Eigenschaften hebt es sich nicht sehr stark von anderen Ölen ab, aber die pflegenden Qualitäten und somit das kosmetische Potenzial machen dieses goldgelbe Öl zu etwas Besonderem. Zudem ist es genau wie Gold auch ziemlich teuer: Aufgrund seiner relativ geringen Verfügbarkeit und aufwendigen Herstellung hat es einen hohen Einkaufspreis. Arganöl wird aus der Frucht des Arganbaums (Argania spinosa) gewonnen, der ausschließlich im Südwesten Marokkos wächst. Die weltweit einzige Heimat des Arganbaums, ein oft als „Arganeraie“ bezeichnetes, etwa 800.000 Quadratkilometer großes Gebiet in der Region Souss-Massa-Draâ, wurde von der UNESCO als „Biosphärenreservat“ geschützt. Die dort lebenden Berber nutzen den Arganbaum seit Generationen. Er liefert ihnen Brennholz, Blätter als Tierfutter und eben auch Arganöl, das aus den mandelähnlichen Kernen der Arganfrucht gewonnen wird. Um einen Liter Öl zu pressen, werden etwa 4 bis 5 kg Kerne benötigt – das entspricht rund 40 kg
Früchten. Die Berberfrauen verwenden das Öl schon seit Generationen für die Haar- und Körperpflege.

Lange Zeit war das Arganöl außerhalb seines Herkunftsgebiets wenig verbreitet, doch vor einigen Jahren wurde es von der internationalen Kosmetikindustrie zunächst als Geheimtipp entdeckt und gewann dann schnell an Bekanntheit und Popularität. Dies führte zeitweise zu einer Industrialisierung der Arganölgewinnung, die gravierende Nachteile mit sich brachte, da die Arganmandeln zu Dumpingpreisen eingekauft und maschinell verarbeitet wurden. Inzwischen hat der marrokanische Staat das Problem jedoch erkannt und, um Abhilfe zu schaffen, die Gründung der UCFA (Union des Coopératives des femmes de l’Arganeraie) unterstützt. Die­se Organisation umfasst eine Vielzahl kleiner ländlicher Kooperativen, die die traditionelle Arganölherstellung pflegen. Die UCFA vermarktet das Öl direkt selbst, wodurch eine faire Entlohnung der in den Kooperativen tätigen Frauen gesichert ist. Eva-Maria Moog, Yogalehrerin aus Berlin, lernte die Kooperativen während einer Marokko-Reise kennen. „Für mich war das plötzliche Auftauchen der Schilder mit Aufschrift „Coopératives Feminines“ mitten in der Wüstenlandschaft auf der Strecke von Marrakesch nach Essaouira wie eine Erscheinung“, sagt sie. Schnell fand sie heraus, was es mit den Frauenkooperativen auf sich hat, und bestätigt nach eingehenden Besuchen und Recherchen, dass die Zusammenschlüsse sich für die beteiligten Frauen und auf das gesamte Leben in den Berberdörfern sehr positiv auswirken. Wie sie berichtet, unterstützt die UCFA auch die Wiederaufforstung des Arganwaldes.

Eigenschaften von Arganöl

Zu den Inhaltstoffen von Arganöl gehören kraftvolle Antioxidantien wie Phenole und Vitamin E (Tocopherol) sowie auch Omega-6-Fettsäuren und Omega-9-Fettsäuren. Zum Vitamin E ist hervorzuheben, dass Arganöl insbesondere die Variante Gamma-Tocopherol aufweist, die laut wissenschaftlichen Studien ein noch effizienteres Antioxidans ist als andere Formen des Vitamins. Dank der Antioxidantien wirkt Arganöl gegen freie Radikale, zudem schützt es vor UV-Strahlen. Arganöl enthält darüber hinaus eine für Pflanzen selten hohe Konzentration an Squalen, einer ebenfalls antioxidativen Substanz, die als immunstärkend gilt (Squalen kommt in größeren Mengen hauptsächlich in Fischöl vor und wird u.a. für Impfstoffe eingesetzt).

Die Argand’Or GmbH, die eine Vorreiterrolle auf dem deutschen Markt einnimmt (vgl. Produkttipps), ließ die dermatologische Wirkung von Arganöl im Rahmen einer wissenschaftlichen Pilotstudie prüfen. Über einen Zeitraum von acht Wochen testeten die Probandinnen das Hautöl bei täglich zweimaliger Anwendung. Dabei wurde der Effekt durch die Testpersonen, den Arzt sowie eine Fotodokumentation beurteilt. Bei rund drei Viertel der Frauen ergab sich nach der Behandlung eine erkennbare positive Wirkung. „Argan-Hautöl wirkt feuchtigkeitsspendend und durchblutungsfördernd und führt zu einer Verbesserung der Hautspannung. Es entfaltet seine Wirkung bei der Vorbeugung gegen Cellulite, Schwangerschaftsstreifen sowie Falten und so genannte Krähenfüße. Dabei scheint bei konsequenter Anwendung über längere Zeit auch ein regenerierender Hautprozess abzulaufen“, so Prof. Dr. med. Ralf-Thomas Michel, der die Studie durchgeführt hat.

Auch bei der Behandlung von Narben sowie bei Akne, Ekzemen, Schuppenflechte und Neurodermitis wurden mit Arganöl gute Erfahrungen gemacht.

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