Ein Trend, der zu gesundem Trinken animiert: Vitaminreiches Aroma-Wasser lässt sich mit Früchten, Kräutern und Gemüse einfach, schnell und in den vielfältigsten Variationen zubereiten

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Nichts unterstützt den Körper in all seinen Funktionen, besonders im Loslassen von Giften und Krankheitserregern, besser, als das Trinken – und das anschließende Ausscheiden – von Wasser. Das Wasser sollte frisch und sauber sein, im Zweifelsfall gefiltert, und möglichst wenige Zusätze enthalten. Sogar der Zusatz von „Sprudel“ (von Kohlensäure) wird von Medizinern und Ernährungsspezialisten nicht empfohlen.

Nach Sauna und Sport oder bei heißem Wetter fällt es leicht, über den Tag verteilt viel Wasser zu sich zu nehmen. Zu anderen Zeiten ist es damit schwierig. Ein neuer Trend aus den USA kommt dem entgegen. Er trägt verschiedene Namen: Infused Water (infused = aufgegossen, eingeweicht), Detox Water, Vitamin-Wasser, Aroma-Wasser oder aromatisiertes Wasser. Wie die letzteren beiden Bezeichnungen sagen, besitzt ein solches Wasser ein kleines, feines, ansprechendes Aroma und animiert daher zu erhöhtem Konsum. Es enthält Vitamine, Mineralien, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe, die eine Entgiftung unterstützen und den Stoffwechsel in Schwung bringen. Zusätzlich profitiert die Haut enorm. Das Vitaminwasser muss selbst hergestellt sein, denn gekauftes hat zu viele künstliche Zusätze. So ist es dann, wie eine deutsche Zeitschrift kürzlich titelte, „Das günstigste Detox-Getränk der Welt“.

Frische Früchte und/oder Gemüse in Bio-Qualität werden dafür gewaschen. Schälen ist nicht notwendig. Man schneidet sie in ganz dünne Scheiben oder in Stücke, gibt sie in ein großes Glas oder einer Karaffe mit Deckel und füllt alles mit Wasser auf. Das Gefäß soll möglichst aus Glas bestehen, nicht aus Kunststoff, denn der könnte Schadstoffe abgeben. Auch Gewürze, Kräuter und essbare, heilkräftige Blüten sind passende Zutaten. Allerdings sollte die Dosierung jeweils gering sein. Das Wasser soll nur einen kleinen Kick bekommen.

Mindestens zwei Stunden lang soll die Mischung ruhen und ziehen: Es darf auch länger sein, z.B. eine Nacht lang, aber nicht länger als 24 Stunden. So können die Ingredienzien nach und nach ihre heilsamen Anteile abgeben. Dann werden sie abgeseiht und das „Infused Water“ darf genossen werden. Morgens mit nüchternem Magen ist der Körper besonders offen für die Inhaltsstoffe, und die Zunge nimmt das subtile Aroma besonders intensiv wahr.

Selbstverständlich ist diese Art, Wasser zu präparieren, alles andere als neu, sie läuft nur im Moment als Gesundheitstrend. Zum Beispiel teilte die Ayurveda-Expertin Daniela Wolff auf Nachfrage mit, dass diese Zubereitung ayurvedischen Prinzipien nicht widerspricht, zumindest dann nicht, wenn das Wasser nicht vorher abgekocht wurde (Abgekochtes Wasser ändert laut ayurvedischen Schriften seine Eigenschaften.) Im Ayurveda hingegen wird abgekochtes Wasser bevorzugt, das jedoch nicht mit Obst oder Gemüse, sondern mit Gewürzen versehen wird: „Da die Ayurvedis gerne gekochtes Wasser empfehlen, verwenden sie meistens Gewürze oder Ingwer zum Anreichern, lassen es auf Zimmertemperatur abkühlen oder bewahren es in einer Thermoskanne auf, um es über den Tag verteilt zu trinken.“

In ihrem Beitrag mit dem Titel „Rettet das Mittagessen“ in YOGA AKTUELL1/2016 schreibt Daniela Wolff folgendes über das Trinken: „Vor dem oder beim Essen viel zu trinken, wird im ayurvedischen Kontext nicht empfohlen, weil durch die Flüssigkeit das Verdauungsfeuer geschwächt wird wie ein Lagerfeuer, auf das man Wasser kippt. Trotzdem ist es wichtig, dass der Magen gut befeuchtet ist. Am besten trinkt man ein großes Glas Wasser ca. 15–30 Minuten vor dem Essen, um die wasserreiche Bicarbonatschicht des Magens zu hydratisieren … Das … hat einen weiteren Vorteil: Man isst weniger. In den alten ayurvedischen Schriften ist dies die erste Empfehlung, wenn man Gewicht reduzieren möchte.“ Vitaminwasser enthält praktisch keine Kalorien, dafür viel anderes, siehe oben. Es eignet sich daher auch besonders für Menschen, die eine Diät einhalten müssen, sei es eine Schlankheits- oder sonstige Diät. (Im Zweifelsfall diese Frage mit dem Arzt oder Heilpraktiker klären.) Ältere oder kranke Menschen sollen meist auf regelmäßigen Flüssigkeitsnachschub achten. Für sie bedeutet es eine große Erleichterung, wenn sie sich nicht zwingen müssen, sondern das Gefühl haben, eine gesunde Leckerei angeboten zu bekommen.

Folgende Zutaten sind für die Zubereitung von aromatisiertem Wasser besonders geeignet. Sie verfügen über viele Eigenschaften und Bestandteile, die der Gesundheit guttun. Genannt sind hier nur die wichtigsten Zutaten und Eigenschaften.

Obst

  • Apfel: Kann vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Enthält viel Vitamin C.
  • Aprikose: Schützt vor Infektionen, dient den Augen, wirkt entwässernd.
  • Birne: Gleicht den Säure-Basen-Haushalt im Körper aus. Gegen erhöhten Blutdruck und erhöhten Cholesterinspiegel.
  • Erdbeere: Empfiehlt sich bei rheumatischen Erkrankungen und Gicht.
  • Grapefruit: Enthält sehr viel Vitamine und Mineralstoffe, stärkt das Immunsystem. Schützt vor Herzkrankheiten.
  • Johannisbeere (schwarz): Enthält viele Vitamine, vor allem Vitamin C. Stärkt die Leberfunktion.
  • Kirsche (süß und sauer): Hilft beim Aufbau von Knochen, Zähnen, Haut. Sauerkirschen helfen bei der Blutbildung und beim Immunschutz.
  • Melone: Entwässert, schützt vor ultravioletten Strahlen.
  • Orange: Stärkt die körpereigene Abwehr enorm, enthält sehr viel Vitamin C.
  • Pfirsich und Nektarine: Regen den Appetit an.
  • Zitrone: Fördert Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln, fördert die Entgiftung, enthält sehr viel Vitamin C.

Gemüse

  • Chicorée: Entwässert, stimuliert die Produktion von Gallenflüssigkeit und damit die Fettverdauung.
  • Fenchel: Gegen Völlegefühl und Verstopfung.
  • Gurke: Entwässert, unterstützt die Fettverdauung.
  • Grünkohl: Gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unterstützt die Blutbildung. In den USA momentan das Trend-Gemüse.
  • Tomate: Stärkt Immunsystem und Psyche.

Gewürze

  • Anis und Sternanis: Gegen Blähungen, verdauungsstärkend.
  • Ingwer: Gegen Übelkeit. Verdauungsstärkend, wärmend.
  • Koriander (-samen und -kraut): Bakterienhemmend, krampflösend.
  • Schwarzkümmel: Stimuliert das Abwehrsystem, gegen Allergien und Hautleiden. Ein Universalheilmittel.
  • Zimt: Gegen alle Darmbeschwerden. Wärmt.
  • Zitronengras: Wirkt antiseptisch und beruhigend.

Kräuter

  • Basilikum: Entwässert, gegen einen Blähbauch, appetitanregend.
  • Brennnessel: Aktiviert den Stoffwechsel.
  • Dill: Krampflösend, entzündungshemmend, gegen Bluthochdruck, entspannend. Enthält viel Vitamin C.
  • Minze: Regt die Fettverdauung an, wirkt gegen Blähungen, beruhigt.
  • Petersilie: Schwemmt Giftstoffe aus. Fördert die Durchblutung der inneren Organe.
  • Rosmarin: Stimuliert Verdauungsapparat und Immunsystem. Wirkt appetitanregend und antiseptisch.
  • Salbei: Gegen Wechseljahresbeschwerden, Entzündungen, Blähungen und vieles mehr – ein Allheilmittel. Stimuliert das allgemeine Wohlbefinden.
  • Thymian: Unterstützt die Verdauung, wirkt keimtötend und appetitanregend.

Blüten

  • Gänseblümchen: Blutreinigend und entgiftend, regt den Stoffwechsel an. Enthält viel Vitamin C.
  • Kapuzinerkresse: Breitbandantibiotikum aus dem Pflanzenreich. Stärkt das Immunsystem, senkt den Cholesterinspiegel.
  • Lavendel: Gegen Entzündungen und unreine Haut, unterstützt die Leberfunktion. Entspannt.
  • Löwenzahn: Entwässert, entgiftet, stärkt Galle und Leber.
  • Schafgarbe: Regt die Produktion von Gallenflüssigkeit an, lindert Wechseljahresbeschwerden, wirkt entzündungshemmend und wundheilend.

Besonders gut kombinieren lassen sich untereinander die Gemüse. Fenchel und Gurke gehen aber auch hervorragend mit Früchten zusammen. Außer der sehr scharfen Kapuzinerkresse passen die heilkräftigen Blüten im Grunde zu allen anderen Zutaten; Minze, Rosmarin, Zitronengras und Zitrone ebenfalls. Besonders gut harmoniert Zimt mit Apfel oder Birne. In einem Getränk dürfen durchaus vier bis fünf verschiedene Zutaten enthalten sein: Experimentieren ist erwünscht und bringt viel Spaß.

Normalerweise sollte ja das „Infused Water“ nicht zu kalt genossen werden, denn zu viel Kälte kann für den Körper einen Schock bedeuten. Im Ausnahmefall aber darf es auf Eis und mit frischen Zutaten geschmückt serviert werden. So sieht es aus wie ein köstlicher Cocktail und erfreut zum Beispiel Kinder bei Festen, bei denen andere Teilnehmer echte Cocktails genießen.

Infos

Empfehlenswerte Literatur:

Dr. Siegfried Schlett: Die 100 wichtigsten Lebensmittel, Zabert Sandmann 2006
Sonia Lucano: Detox Wasser, Bassermann 2016Anzeige