Die Ernährung ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit des Bewegungsapparats. Eine profunde Beleuchtung aus ayurvedischer Sicht bietet viele wichtige Hinweise

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:


Den wenigsten Menschen ist bewusst, dass Rücken- oder Gelenkbeschwerden direkt mit dem Speiseplan in Verbindung stehen. Doch aus Sicht der Ayurveda-Medizin zählen fast alle Beschwerden des Bewegungsapparats zu den ernährungsbedingten Erkrankungen. So gilt von Rheuma bis Bandscheibenvorfall: Änderst du deine Ernährung, dann geht es dir besser!

Ergänzend zur gezielten Ernährungs- und Kräutertherapie setzt Ayurveda auch auf nährende und lösende Massagetechniken, um lokal auf den Bewegungsapparat einzuwirken. Bei den manual-therapeutischen Ölanwendungen ist jedoch Vorsicht geboten – sind die Beschwerden ernährungs- und stoffwechselbedingt, so können Ölmassagen kontraindiziert sein und die Probleme noch verstärken.

Der Krankheitsursache auf der Spur: Vata oder Vata-Ama?

Die ayurvedische Heilkunde unterscheidet zwei Arten von Beschwerden des Bewegungsapparats: Leiden wir unter Arthrose, Osteoporose, Nackensteifigkeit, Gelenkknacken oder -Schmerzen, so ist dies allein auf eine Vata-Störung zurückzuführen. Ayurveda-Kenner wissen nun, dass Vata-Dosha als Bewegungsprinzip im Körper direkt mit dem neurologischen System in Verbindung steht und unter anderem für die Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken verantwortlich ist. Wird das Vata durch mentale oder körperliche Überanstrengung, Kälte, Trockenheit und Mangelernährung erhöht, so reagiert der Organismus häufig mit degenerativen Beschwerden des Bewegungsapparats.

Weitaus komplexer sind die rheumatischen Erkrankungen: Für sie ist nicht nur ein gestörtes Vata-Dosha verantwortlich, sondern auch unverdaute Stoffwechselschlacken, die im Ayurveda als Ama bezeichnet werden. Ama sind toxischen Substanzen, die immer dann entstehen, wenn der Körper nicht in der Lage ist, Nahrung vollständig aufzuschlüsseln und zu verdauen. Die unverdauten Rückstände werden in den Zirkulationskanälen (Srotas) eingelagert und führen zu Schmerzen und Steifigkeit im Körper. In diesem Sinne sind alle rheumatischen Erkrankungen – inklusive der rheumatoiden Arthritis – ernährungsbedingte Beschwerden, deren Behandlungsstrategie primär mit einer gezielten Diät beginnen sollte. Erst im darauf folgenden Therapieverlauf machen manual- und bewegungstherapeutische Maßnahmen wirklich Sinn.

Gesunde Ernährung für den Bewegungsapparat

Allen Therapien zur Behandlung des Bewegungsapparats liegt eine Vata-reduzierende Kost mit regelmäßigen, warmen, frisch gekochten und mild gewürzten Mahlzeiten zu Grunde. Fermentierte, herbe, trockene und kalte Speisen sollten hingegen gemieden werden.
Dies allein bedeutet für den betroffenen Patienten oftmals eine große Umstellung des täglichen Speiseplans, da sie angehalten werden, täglich drei warme, frisch gekochte Mahlzeiten zur gleichen Zeit einzunehmen und jegliche Form von Joghurt, Käse, trockenem Brot, Blattgemüsen und Alkohol zu meiden.

Von einer strikt veganen oder vegetarischen Ernährung wird im Ayurveda bei Bewegungsapparatsproblematiken hingegen abgeraten. Traditionelle Ayurveda-Ärzte empfehlen gerne Milch und Hühnerbrühe aufgrund ihrer aufbauenden und regenerativen Eigenschaften. Speziell Artrose- und Osteoporose-Patienten sollten diese nährenden Substanzen diätetisch in Kombination mit Getreide und basischen Wurzelgemüsen einsetzen.

Ayurveda-Ernährungsempfehlungen für den Bewegungsapparat

  • Fermentierte, frittierte, erhitzende, trockene und kalte Speisen erhöhen das Krankheitsrisiko und sollten gemieden werden.
  • Regelmäßige, warme, frisch gekochte und mild gewürzten Speisen bevorzugen.
  • Hirse (Ragi) hat eine knochenaufbauende Qualität. Die trockene Qualität der Hirse kann durch die Zubereitung mit ausreichend Wasser, Ghi und Vata-reduzierenden Gewürzen ausgeglichen werden.
  • Mandelmilch enthält auch eine große Menge Kalzium. Zusammen mit einer Prise Ingwer, Kardamom und Safran ist sie eine gute Nahrungsergänzung bei degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparats.
  • Datteln, Aprikosen und Kokosnuss wirken besonders aufbauend und regenerativ auf Knochen und Gelenke.

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