Tiefenentspannung für Körper und Geist – Durch den yogischen Schlaf in Kontakt mit dem tieferen Bewusstsein kommen. Ein Weg zu mehr Klarheit, Kreativität und Inspiration.

Anzeige

Yoga Nidra hat seinen Ursprung im Tantra Yoga. Er ist eine sehr wirkungsvolle Methode, die man auch als Tiefenentspannung mit innerer Bewusstheit bezeichnen kann. Nidra heißt übersetzt Schlaf, wobei Yoga Nidra nicht der Schlaf ist, wie wir ihn kennen, sondern eine bewusste Form des Schlafens darstellt.

Yoga Nidra ist eine Bewusstseinstechnik, die die Achtsamkeit trainiert und somit zum wachen „Schlaf der Yogis“ führt. Ich praktiziere Yoga Nidra selbst viele Jahre und konnte schon spannende Entdeckungen machen. Gerade im völligen Entspannungszustand ist es möglich, aufkommende Gefühle oder Bewegungen des Geistes einfach nur zu registrieren und damit die Wahrnehmung bemerkenswert zu intensivieren. Ich konnte mit Yoga Nidra schon einen Zustand der völligen Klarheit in Verbindung mit einer absoluten, wohligen Entspannung erleben. Gerade in solch einer Gemütsverfassung ist man durch die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit sehr aufnahmebereit. ‚Klarheit‘, ‚völlige Bewusstheit‘, ‚ausgedehnte Achtsamkeit‘, ‚Wachheit‘, ‚klare Wahrnehmung‘, ‘wohlige Entspannung‘, ‚Durchlässigkeit‘, ‚Loslassen können‘ – dies sind Aussagen von Yoga Nidra-Übenden, die diesen Zustand beschreiben.

In diesem aufnahmebereiten und durchlässigen Zustand können sich überholte Denk- und Verhaltensmuster sowie Blockaden und deren Ursprung zeigen. Dies ist der erste Schritt zum Loslassen dieser veralteten Vorstellungen und Ideen. So kann Raum für kreatives Erleben, höhere Inspiration und tiefe Weisheit entstehen. Ein wunderbarer Effekt von Yoga Nidra ist eine absolute Tiefenentspannung auf mehreren Ebenen. Muskelverspannungen sowie tiefer liegende emotionale und mentale Spannungen werden durch unterschiedliche Bewusstseinsübungen ausgeglichen. Diese Übungen sind verschiedene Anleitungen zur Wahrnehmung der Körperteile, des Atems, der Gefühle und Empfindungen sowie unterschiedliche Visualisierungen. Die Bewusstseinsübungen führen nicht nur zur Tiefenentspannung, sondern im Grunde zum „Tiefenbewusstsein“.

Übung ‚Nyasa‘ aus dem Tantra Yoga
Mithilfe der tantrischen Übung ‚Nyasa’ lokalisiert der Übende durch die Anleitung des Lehrers z.B. bestimmte Körperteile. Bei Nyasa wechselt man von einem Körperteil zum anderen, gerade so schnell, dass der Praktizierende die Worte mental wiederholen kann. Dahinter steckt die Idee, dem Praktizierenden keine Zeit zu lassen, irgendwo lange zu verweilen oder abzuschweifen. Mental wird die betreffende Stelle erfühlt und wahrgenommen. Die Abfolge der Ansage ist eine spezielle Abfolge, die sich danach richtet, mit welchem Teil im Gehirn die verschiedenen Körperteile verbunden sind.

Der Grundgedanke bei dieser Übung ist, die einzelnen Körperteile mit der Wahrnehmung zu „berühren“. Es geht nicht wirklich darum, dass die Körperteile wohlig einsinken und man jeden einzelnen Muskel völlig relaxiert, sondern die Körperstellen mit der Absicht zu „berühren“, eine völlige Bewusstheit in diese Körperglieder zu lenken. Eine schöne Vorstellung ist, sich 1008 kleine sensible Antennen an die Stellen zu denken, wo man seine Wahrnehmung hinlenkt. Der Übende geht mit seiner Achtsamkeit an diese Orte, wobei sich die Bewusstheit immer stärker ausweitet und damit eine immer klarer werdende Empfindung entsteht. Ursprünglich verwendet man bei ‚Nyasa’ ein Mantra, welches an die verschiedenen Körperteile „angebracht“ wird und somit göttliches Bewusstsein in diese Körperteile lenkt. Ein Mantra hat die Aufgabe, den Geist zu beschäftigen und damit absolute Bewusstheit zu fördern, die zur Ruhe und Stille führt.

Verschiedene Frequenzen im Gehirn

Wenn man sich die verschiedenen Frequenzbereiche anschaut, in denen Gehirnströme gemessen werden, so entsprechen unterschiedliche Frequenzen unterschiedlichen Bewusstseinszustände. Im Alltagsbewusstsein dominieren z.B. Betawellen mit einer Frequenz von ca. 13 bis 30 Hz (Schwingungen pro Sekunde). Wachsamkeit, nach außen gerichtetes Bewusstsein, analytische Problemlösungen sowie Angespanntheit, Stress und Unausgeglichenheit charakterisieren diesen Zustand. Spätestens ab 30 Hz tritt Nervosität bis zur Panik auf. Bei Yoga Nidra befindet sich der Übende optimalerweise in der Alpha- und teilweise in der Thetaphase. In der Alphaphase dominieren Alphawellen in einem Frequenzbereich von 8 bis 13 Hz. Entspannte Wachheit, angenehme Entspannung und Aufmerksamkeit, erhöhte Lern- und Merkfähigkeit, ruhiges, gelassenes, fließendes Denken, eine zuversichtliche Grundstimmung bis hin zu einem Gefühl einer Einheit von Körper und Geist werden mit dieser Phase assoziiert. Wir befinden uns in dieser Phase im Stadium zwischen Wach- und Schlafzustand. Alphawellen sind als Brücke notwendig, damit Informationen aus dem Theta-Bereich in unser Wachbewusstsein gelangen können. Man kann sie als Tor zur Meditation bezeichnen.

Im noch niedrigeren Frequenzbereich liegen Theta- und Deltawellen. In der Thetaphase (4 bis 7 Hz) reagieren wir nur noch auf dominante oder starke Umweltreize. Thetawellen treten vermehrt in den leichten Schlafphasen auf. Trance, Hypnose, die REM-Phase sowie tiefe Entspannung sind hier charakteristisch.

Deltawellen weisen eine niedrige Frequenz von 0 bis ca 3,5 Hz auf. Deltawellen sind typisch für die traumlose Tiefschlafphase, Narkose und Trance.
Anzeige