So finden Sie im Schlaf zu mehr Lebensqualität – und das können Sie ruhig wörtlich nehmen…
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Yoga Nidra, übersetzt „Yoga Schlaf“, hat ihren Ursprung in der tantrischen Übung „Nyasa“. Das Wort bedeutet „sich auf einen bestimmten Punkt richten“. Swami Satyananda Saraswati, ein bedeutender Yogi und der Begründer der Bihar School of Yoga, hat eine Yoga Nidra Form entworfen, die auch Menschen ausüben können, die keine Yogaschüler sind. 

Yoga Nidra – die glückliche Entspannung
Die meisten Menschen schlafen, ohne ihre Spannungen vorher zu lösen. Nidra bedeutet ganz allgemein Schlaf, also auch Schlaf in verspanntem Zustand. Yoga Nidra aber ist der Schlaf, nachdem alle Lasten entfernt wurden. Es ist eine völlig andere und neue Qualität.“ (Swami Satyanda Saraswati)

Ich beschäftige mich seit 28 Jahren mit Yoga nach der Bihar School of Yoga. Im Jahr 1978 hatte ich das Glück, Swami Satyanda Saraswati im privaten Kreis meiner damaligen Yogalehrerin bei einem Vortrag zu erleben. Nach einer schweren Krankheit vor acht Jahren praktiziere ich täglich Yoga Nidra. Ich habe so zu einer bewussten Lebensweise gefunden, die mich frei von Ängsten macht und mir mein Urvertrauen wiedergegeben hat. Diese Erfahrung hat mich dazu bewegt, Freunde und Bekannte mit dieser bewussten Tiefenentspannung vertraut zu machen. Jede(r) fühlt sich bereits nach der ersten Übung befreit und glücklich. Ein lang anhaltender Erfolg stellt sich durch regelmäßige Übungen ein, die möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit ausgeübt werden sollten.

Bevor ich die vielfältige Wirkung von Yoga Nidra auf Körper und Geist erläutere, möchte ich eine einfache Methode aufzeigen, wie man die Praxis von Yoga Nidra-Übungen erlernen kann. Wenn eine gute Lehrerin oder ein guter Lehrer nicht erreichbar sind, kann man auch eine Kassette oder CD mit Yoga Nidra verwenden. Zur Übung sucht man einen ruhigen Ort auf, an dem man nicht gestört wird, legt sich auf eine Matte und deckt sich mit einer leichten Decke zu. Der Körper liegt völlig entspannt und man atmet achtsam ein und aus, während man auf den Text hört. Zuerst geht man mit seinen Sinnen noch einmal nach außen: man spürt die Unterlage, nimmt den Geruch des Raumes wahr, hört die Geräusche der Umgebung. Danach schaltet man alle Sinne außer dem Gehörsinn ab. Am Beginn der Yoga Nidra-Übung  sagt man dreimal seinen innersten Vorsatz (Sankalpa) achtsam und voller Vertrauen auf.

Diesen kurzen positiven Satz wählt man einmal aus und benutzt ihn dann für lange Zeit. Nun beginnt Yoga Nidra, das bewusste Wahrnehmen der Körperteile. Man beginnt auf der rechten Seite: Hand, Arm, Seite, Hüfte, Bein, Fuß. Danach geht man nach der CD-Anleitung gedanklich in die linke Seite. Es folgen Körperrückseite und die Körpervorderseite mit dem Kopf. Darauf folgt die bewusste Wahrnehmung des Atems.

Die Atembewegung des Bauches wird beobachtet und mit dem gedanklichen Rückwärtszählen verbunden. Zum Schluss der Yoga Nidra- Übung folgt die Visualisierung. Man wird aufgefordert, sich ein Bild von bestimmten Begriffen zu machen, z.B. „brennende Kerze“ oder „weiße Wolken ziehen am blauen Himmel“. Die Bilder laufen wie ein Film im Unterbewusstsein ab. Man beginnt immer mit dem Visualisieren dynamischer Bilder und endet mit statischen Bildern. Zu Beginn der Visualisierung können ablenkende Bilder auftauchen, die Symbole aus dem Unterbewusstsein sind.

Sie bestimmen oft unsere Gedanken und unsere Wahrnehmung und zwingen uns zu Reaktionen, die wir nicht wollen (alte Muster). Die Visualisierungstechnik hilft uns, diese alten Muster aufzulösen. Man beendet die Yoga Nidra-Übung, indem man wieder dreimal den Vorsatz, den Sankalpa wiederholt. Danach nimmt man wieder mit allen Sinnen die Umgebung wahr. Mit Dehnungen von Armen und Beinen und tiefen Ein- und Ausatmen wird der Kreislauf belebt. So geht man gestärkt wieder in den Alltag zurück.


Wirkungen der Yoga Nidra-Übungen

Die Wirkung von Yoga Nidra auf Körper und Geist ist vielfältig und wirkt dem Stress entgegen. Deshalb wird sie inzwischen in vielen Fällen von Ärzten verordnet. Vor allem bei psychosomatischen Krankheiten findet Yoga Nidra erfolgreich Anwendung und kann Depressionen und Ängste lindern. Weiter erhöht Yoga Nidra die Lernfähigkeit sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen, wobei das Lernen mit Symbolen eine große Rolle spielt, weil das Unterbewusstsein Erinnerungen in Form von Symbolen speichert. So lässt sich durch Yoga Nidra die bewusste Erinnerung verbessern. Das Wachbewusstsein und das Unbewusste werden durch kontinuierliches Üben immer aufnahmefähiger gemacht.
Yoga Nidra löst im Gehirn sowohl entspannende als auch die Widerstandskraft stärkende Mechanismen aus. Gehirnforscher haben durch wissenschaftliche Experimente folgende Resultate beobachtet: Veränderte Frequenz der elektrischen Rhythmen im Gehirn (EEG), Verminderung der Herzfrequenz, Verminderung des systolischen und diastolischen Blutdrucks, veränderte Zirkulation der Stresshormone Adrenalin und Cortisol und verminderte sympathische  Nervenaktivität. Im Yoga Nidra Zustand wird der Hypothalamus beeinflusst, was eine positive Wirkung auf das gesamte vegetative Nervensystem hat.

Therapie mit Yoga Nidra
Frauen in den Wechseljahren werden sich bei regelmäßigen Yoga Nidra- Übungen mit Sicherheit wohler fühlen. Hitzewallungen und Unruhezustände werden zurückgehen und das vitale Gefühl wie in jungen Jahren kann sich wieder einstellen. Yoga Nidra kann in den Bereichen Prävention und Heilung Anwendung finden. Herz- und Magenkrankheiten, Asthma und Migräne sprechen gut auf Yoga Nidra an. Insbesondere durch Stress bedingte Beschwerden wie Schlafstörungen, Nervosität oder Schweißausbrüche können erfolgreich therapiert werden. Untersuchungen im Presbyterial Universitätskrankenhaus in Pittsburgh (USA) haben gezeigt, dass bereits nach sechs Wochen Yoga Nidra Therapie bei Migräne, Magengeschwür-Syndromen, Spondylitissyndrom und Bandscheibensyndrom eine Schmerzreduzierung von durchschnittlich 81% erreicht wurde. Yoga Nidra wird auch erfolgreich für Krebspatienten eingesetzt, z.B. durch die Psychiater Dr. Ainslie und Dr. Simontan.

Dabei wird das Immunsystem gestärkt, indem tief unterdrückte Erinnerungen durch Visualisierung von Bildern wachgerufen und korrigiert werden. Man sendet Energie und Licht in den Körper und visualisiert dabei den Heilungsprozess. Man sagt, dass Prana oder bioplasmische Energie erweckt und bewusst in den Körper gelenkt wird. Durch den Sankalpa, den wir immer zu Beginn und am Ende einer Yoga Nidra-Übung wiederholen, wird unser unterbewusster Wille gestärkt.

Weil Yoga Nidra-Übungen das Unterbewusstsein ansprechen und durch Visualisieren von Bildern schmerzhafte Erinnerungen zur Oberfläche holen können, werden sie auch erfolgreich zur Therapie von psychischen Kurz- und Langzeitstörungen, insbesondere bei neurotischen Fehlhaltungen und Ängsten eingesetzt.

Yoga Nidra kann für jeden von uns Lebenshilfe sein. Durch die täglichen Übungen lernen wir mit Stress positiv umzugehen und bewusst zu leben. Durch Imagination können wir eine mit Stress beladene Situation so erproben als wäre sie bereits real. Diese Methode wird auch von Sportlern benutzt, um sich erfolgreich auf die Wettkampfsituation vorzubereiten.

Ich kann mir ein Leben ohne Yoga Nidra nicht mehr vorstellen. Was kann es Besseres geben als eine andauernde Befreiung von Zwängen und Ängsten und eine Sensibilisierung für den Umgang mit Menschen und Situationen?! Yoga Nidra zeigt uns einen Weg, „wie man Spannung als ein Sprungbrett zu größerer Wahrnehmung und Leistungsfähigkeit im Leben verwandeln und positiv nutzen kann“.

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