Jede Yoga-Übung ist der Ausdruck einer Bildgestalt. Über die Symbolik und Bedeutung der Asanas. Diesmal: Hanumanasana – Hanuman-Haltung, Spagat

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In Indien ist Hanuman einer der popu­lärsten Aspekte Gottes. Er ist der Sohn des Windgottes Vayu und gilt in vielen Schriften als Inkarnation von Shiva. Die bekanntesten Darstellungen zeigen Hanuman mit einem Affengesicht und einem muskulösen, menschlichen Körper. Der Affengott ist bekannt für seine großen Sprünge und ist als Sohn des Windes Schutzherr von Pranayama, weshalb man ihn oft fliegend in der Luft sieht. Im indischen Nationalepos Ramayana verkörpert Hanuman den mutigen und hingebungsvollen General eines Affenheeres. Durch seine Hingabe an Rama und Sita besitzt er sowohl die Fähigkeit zur Demut als auch eine unübertroffene Kraft. Seine Gestalt als Affe drückt aus, dass jeder zu Gott kommen kann.

Hanuman überwindet durch einen gigantischen Sprung die Meerenge zwischen Indien und Sri Lanka, um die vom Dämonen Ravana entführte Sita ausfindig zu machen. Mit Hilfe von Hanuman und seiner Affenarmee, die eine Brücke für ihn bauen, kann auch Rama auf die Insel gelangen.

In Hanumanasana werden die Beine nach vorne und hinten gespreizt und ausgestreckt. Diese Haltung symbolisiert die weiten Sprünge Hanumans und seine Fähigkeit, Grenzen zu überschreiten. Der Schüler, der Hanumanasana noch nie geübt hat, mag erst einmal verwundert sein, wie man diese Position überhaupt ausführen kann. Doch versucht er es, entdeckt er seine eigene Fähigkeit zur Ausweitung und Hingabe. Hanumanasana lehrt den Schüler, einen Sprung über sich selbst hinaus zu wagen.

Wirkung

  • Dehnt die Oberschenkel, die rückseitige Oberschenkelmuskulatur und die Leisten.
  • Stimuliert die Bauchorgane und die Organe der Unterleibsmuskulatur.
  • Stärkt die Beweglichkeit.
  • Dehnt die Achillessehne.
  • Hilft bei Schlafstörungen.
  • Stärkt die Fähigkeit, über sich selbst hinauszuwachsen.
  • Hingabe
Anleitung zur Ausführung von Hanumanasana in 10 Schritten:

  • 1. Fersensitz
  • 2. Setzen Sie das rechte Bein nach vorne und drehen Sie den rechten Oberschenkel auswärts.
  • 3. Mit dem Ausatmen lehnt sich der Oberkörper nach vorne. Die Fingerspitzen drücken in den Boden.
  • 4. Strecken Sie das linke Knie nach hinten aus.
  • 5. Der rechte Oberschenkel sinkt zum Boden und bewegt sich weg vom Oberkörper.
  • 6. Die Vorderseite des linken Oberschenkels sinkt in Richtung Boden, und das Bein ist gerade nach hinten ausgestreckt.
  • 7. Das Becken sinkt so weit wie möglich nach unten.
  • 8. Die Hände liegen, soweit das möglich ist, in Namaste-Haltung vor dem Herzen oder werden nach oben gestreckt. Ist dies nicht möglich, bleiben die Finger auf dem Boden. Diese Position 30 Sekunden bis eine Minute lang halten.
  • 9. Die Hände in den Boden drücken und das vordere Bein sanft wieder zurückbringen.
  • 10. Zurück in den Fersensitz und dann die Seiten wechseln.

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