Wie dir deine Yogapraxis dabei hilft, gelassen durchs Leben zu surfen: Mit seinem ganzheitlichen Ansatz kann Yoga einen souveränen Umgang mit den Wechselfällen des Lebenswegs ermöglichen

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Einst kam ein Mann zu spät zum Essen heim. Seine Frau und seine Kinder fragten ihn erstaunt: „Wo warst du? Wieso kommst du zu spät?“ Da sagte er: „Ich haben dem Weizen beim Wachsen geholfen. Ich werde es euch später zeigen“. Nach dem Essen gingen sie alle zusammen auf das Feld hinaus. Siehe da, der ganze Weizen war verdorrt. „Was hast du gemacht?“ rief seine Frau entsetzt. „Ich war fleißig! Ich bin durch alle Reihen gegangen und habe an allen Weizenhalmen gezogen, um ihnen beim Wachsen zu helfen“.

Vielleicht hast du in deinem Leben auch schon an dem einen oder anderen Grashalm gezogen, weil dir deine spirituelle Entwicklung oder dein Fortschritt in einer körperlichen Praxis nicht schnell genug ging. Vielleicht hast du sogar die eine oder andere Ernte zerstört, weil es nicht so lief, wie du es dir erhofft hast. Wenn dem so ist, dann wird es Zeit, dass du die Ungeduld hinter dir lässt. Denn diese ist der größte Gegenspieler des Vertrauens. Hier möchte ich dich mit ein paar Grundsätzen aus dem Yoga vertraut machen. Sie können dich darin unterstützen, mehr Vertrauen in deine eigene Kraft zu entwickeln, die aus dem Yoga erwächst. Dieses Vertrauen wird im Yogasutra als Shraddha bezeichnet. Lass dich davon tragen. Dann wird dein Leben leichter, und du kannst – um Swami Satchidananda zu zitieren – lernen, auf den Wellen des Lebens zu surfen. Stoppen kannst du sie nämlich nicht.

Yoga wirkt – immer!

Deine Yogapraxis wirkt immer. Ob du 7 Minuten, 15 Minuten oder 90 Minuten am Tag übst, deine Yogapraxis wirkt sich immer positiv auf dein ganzes System aus. Vorausgesetzt, du übst ganz im Sinne des Yoga(sutra) mit Disziplin und Gleichmut. Verbissenheit, zu viel Ehrgeiz und Leistungsdenken können das Gegenteil bewirken. Am schnellsten merkst du es auf der körperlichen Ebene, dass deine Praxis greift. Die Rückenschmerzen gehen weg, die Konzentration steigt und die Unruhe sinkt. Dein Schlaf wird besser, und die Nackenschmerzen verschwinden. Darüber hinaus wirkt Yoga auch immer auf allen anderen Ebenen: mental, emotional und spirituell. Nicht so offenkundig, aber subtil. Vielleicht bist du tendenziell schnell gereizt oder fühlst dich, als wärst du immer im Stress. Dann kann es passieren, dass du plötzlich viel gelassener auf eine Situation oder einen Menschen reagierst, als du es von dir kennst. Diese Momente sind wunderschön! Plötzlich merkst du, dass sich die Früchte in allen Bereichen des Lebens bemerkbar machen.

Dein ganzer Körper wird trainiert und ausbalanciert

Die regelmäßige, besser noch tägliche körperliche Yogapraxis ist für dein ganzes System der ideale Ausgleich zum langen Sitzen vor dem PC. Wenn du regelmäßig übst, wird das gesamte Muskelsystem synchron bewegt, gedehnt und gestärkt. Die Atmung wird tiefer, der Geist weiter, und Anspannungen können besser verarbeitet werden. Die beiden Gehirnhälften werden miteinander verbunden, und Yin und Yang kommen in eine Balance, besonders dann, wenn du darauf achtest, dass deine Praxis ausgeglichen ist. Durch dieses körperliche Training wirst du dich auch wohler in deinem Körper fühlen und die Kondition und Kraft, die die Praxis dir schenkt, genießen.

Du kommst im Hier und Jetzt an

Wenn du dich ganz bewusst auf deine Matte stellst, die Unterlage unter deinen Füßen spürst, Atmung, Bewegung und Konzentration zu einem bewussten Fluss werden lässt und deinen Geist im Körper verankerst, kommst du ganz im Hier und Jetzt an. Dann fühlst du dich vollkommen lebendig. Dieses Gefühl ist grandios. Selbst wenn du es nur ein paar Atemzüge lang erlebst – die vollkommene Vereinigung von Körper und Geist im gegenwärtigen Moment, von der Verbindung von dir und dem Kosmos –, dann gibt dir diese Erfahrung unendlich viel Tiefe und Weite.

Du nimmst dich selbst besser wahr

Früher oder später kommt der Moment, da du in Bezug auf deine Bedürfnisse hinsichtlich der Yogapraxis anfängst, in dich selbst hineinzuhören und ein Gefühl dafür zu entwickeln, was du gerade körperlich und mental brauchst, um zur Ruhe oder in eine Balance zu kommen. Dieser Moment ist ein großer Fortschritt auf deinem Weg, denn du wirst anfangen, dich freier von den Vorgaben deines Yogalehrers zu machen. Du wirst selbstbestimmter und erkennst, dass es auch in dir einen Yogameister gibt, der genau weiß, was gut für dich ist und was du brauchst.

Du stärkst dein Selbstvertrauen

Durch die regelmäßige Praxis wirst du nicht nur beweglicher und dehnbarer, sondern du wirst mit der Zeit auch immer anspruchsvollere Übungen erlernen. Dadurch wird das Vertrauen in deine eigenen Möglichkeiten wachsen. Dein Selbstvertrauen in deine Fähigkeiten nimmt von Mal zu Mal zu.

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