Mit Moonlight Yoga in die vollkommene Entspannung von Körper, Seele und Geist eintauchen: Restorative Yoga im Spirit-Yoga-Stil

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Es gibt Tage, an denen ist alles zu viel, selbst Yoga. Kein Wunder! Ganz ohne Kraftanstrengung geht es eben auch dabei nicht. Besonders in den dynamischeren Yoga Formen sind Stabilität, äußere Form und korrekte Ausrichtung unerlässlich.

Wem das egal ist, der läuft Gefahr, sich zu verletzen, und auch die vielen positiven Wirkungen des Yoga bleiben aus. Die muskuläre Struktur fungiert wie das Flussbett eines Flusses. Ohne sie wird die Praxis ziellos und ufert einfach aus! Um aufrecht durchs Leben gehen zu können, müssen die Muskeln den Körper gut stützen. In fordernden Yogahaltungen wird genau das geübt und trainiert. Völlig erschöpft fällt es einem schwer, die Form zu wahren, geschweige denn, sie zu verbessern. Schleppt man sich leicht angeschlagen trotzdem zum Yoga, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder gibt einem die Praxis tatsächlich neuen Schwung oder man wird zum Schatten seiner selbst und hängt sich unachtsam und strukturlos in die Sehnen und Bänder.

Im Spirit Moonlight Yoga kann das nicht passieren. In dieser Yogaform geht es darum, sich die Schwerkraft zunutze zu machen. Durch das vollständige Abgeben an den Boden wird der Körper wie in einer Sänfte getragen. Die einzelnen Positionen werden lange gehalten und von einem bewussten Atem geführt. Die Muskulatur, die Bauchorgane und der Geist können sich auf diese Weise vollständig entspannen. Durch den Einsatz von Hilfsmitteln wie Kissen, Klötzen und Gurten, wird der Entspannungseffekt zusätzlich erhöht. Es geht im Moonlight Yoga nicht um „Machen“, nicht darum, sich irgendwo hin zu entwickeln, sondern einfach um das Annehmen und Sein. Sich genug sein, ohne ständig etwas tun zu müssen, ist aber nicht unbedingt leicht. Manch einer glaubt, ohne ständiges Tun in ein Nichts zu mutieren. Entspannung kommt etwa der Versenkung gleich. Wer so denkt, wird den ständigen Nervenkitzel brauchen, so lange bis es irgendwann knallt, bis der Bogen überspannt ist.

Erst dann nach Mitteln und Wegen zu suchen, die wieder fit machen, kostet unnötig Energie und Nerven. Sinnvoller ist es, die ersten Anzeichen der Erschöpfung beim Schopfe zu packen und gleich mit einem bewussten Entspannungsprogramm gegenzusteuern. Wer den Mut hat, das Rad der Zeit eine Weile bewusst anzuhalten, wird schnell merken, dass loslassen nicht aufgeben bedeutet. Mit dem Lösen der muskulären Verspannungen entschärft sich oft auch die Sicht auf das eigene Leben. Das Wahre, Gute und Schöne gewinnt zunehmend wieder an Bedeutung. Überleben verwandelt sich in Erleben, die Sterne am Himmel leuchten wieder. Der kleingeistige Irrglaube, immer alles stemmen zu müssen, weicht einer großmütigen Leichtigkeit des Seins. Und sich auf diese Weise zu entspannen, heißt noch lange nicht, dass man von kreativen Schaffensphasen Abschied nehmen muss. Im Gegenteil, erst wenn der Überdruck raus ist, zeigt sich die wirkliche Kraft.

Workshop: Spirit-Moonlight-Sequenz

1) Bauchlage

1) Bauchlage

Legen Sie zwei Yoga-Bolster gekreuzt übereinander: das untere Kissen quer, das obere Kissen längs. Legen Sie sich so in Bauchlage über die gekreuzten Kissen, dass Ihre Stirn auf den Handrücken vor den Kissen ruht. Die Beine sind entspannt. Geben Sie das Körpergewicht ganz schwer an die Kissen ab. Lassen Sie sich tragen. Atmen Sie tief bis in den unteren Rücken hinein. Bleiben Sie für mindestens 5 Minuten in dieser Position.

2) Liegende Drehung

2) Liegende Drehung

Legen Sie ein längliches Kissen vor sich ab. Führen Sie die Beine zur linken Seite und positionieren Sie die Beine so, dass sie in einem rechten Winkel liegen. Setzen Sie die Fingerkuppen schulterbreit vor sich ab. Einatmen: Heben Sie das Brustbein. Ziehen Sie den Nabel zur Wirbelsäule. Ausatmen: Kommen Sie, vom Brustbein geführt, mit langem Rücken nach vorne. Legen Sie den Oberkörper auf dem Kissen ab. Drehen Sie den Kopf nach rechts. Atmen Sie tief in diese Variante der liegenden Drehung hinein. Spüren Sie, wie während der Tiefenatmung über die Bewegung des Zwerchfells Ihre Bauchorgane massiert werden. Bleiben Sie für mindestens zwei Minuten in dieser Position. Wechseln Sie dann die Seite.

3) Herabschauender Hund

3) Herabschauender Hund

Kommen Sie in den Vierfüßlerstand. Legen Sie ein Yogakissen der Länge nach vor sich ab. Pressen Sie Ihre aufgefächerten Finger fest zu Boden. Die Schultern ziehen zurück. Atmen Sie tief ein. Kommen Sie mit der Ausatmung in den herabschauenden Hund. Legen Sie die Oberseite des Kopfes auf dem Kissen ab. Vielleicht spüren Sie, wie sich durch das Ablegen des Kopfes der Nacken entspannt und der Geist zur Ruhe findet. Aktivieren Sie weiterhin die Muskulatur in den Armen. Bleiben Sie für mindestens 10 tiefe Atemzüge in dieser Position. Senken Sie dann die Knie am Boden ab. Legen Sie das Kissen beiseite und kommen Sie dann zum Nachspüren in die Kindhaltung.

4) Weite Vorbeuge

4) Weite Vorbeuge

Kommen Sie im Sitzen in eine weite Grätsche. Platzieren Sie ein Yogakissen der Länge nach vor sich. Einatmen: Setzen Sie die Fingerspitzen schulterbreit hinter dem Rücken auf. Heben Sie das Brustbein. Ausatmen: Kommen Sie, vom Brustbein geführt, mit langem Rücken nach vorne. Legen Sie den Oberkörper und die Stirn auf dem Kissen ab. Die Füße sind geflext, die Kniescheiben zeigen nach oben, und die Beinmuskulatur ist aktiv. Geben Sie das Körpergewicht ganz an das Kissen ab. Lassen Sie los. Schmelzen Sie mit jeder großen Ausatmung ein wenig tiefer in die Position hinein. Bleiben Sie für mindestens 10 tiefe Atemzüge in dieser Position.

5) Unterstützte Rückenlage

5) Unterstützte Rückenlage

Legen Sie zwei Yogakissen auf einer Yogamatte hintereinander. Setzen Sie sich auf das hintere Kissen. Legen Sie einen Gurt um den Oberschenkel und verschließen Sie ihn fest, damit die Beine in Rückenlage nicht mehr auseinanderfallen können. Legen Sie sich der Länge nach auf die beiden Kissen, so dass die Schulterblätter dahinter am Boden aufliegen. Geben Sie Ihr Körpergewicht ganz an die Kissen bzw. den Boden ab. Führen Sie die Arme am Boden hinter den Kopf. Greifen Sie den jeweils gegenüberliegenden Ellbogen. Atmen Sie tief bis hinunter ins Becken hinein. Bleiben Sie für ca. 5 Minuten in dieser Position.

6) Liegender Schmetterling

6) Liegender Schmetterling

Legen Sie sich in Rückenlage auf ein längliches Yogakissen. Die Kante des Kissens befindet sich im Kreuz. Sollte der unterste Rücken Ihnen in dieser Position Probleme bereiten, versetzen Sie das Kissen ein wenig weiter nach oben. Lassen Sie die Knie auseinanderfallen. Die Fußsohlen bleiben zusammen. Öffnen Sie die Handflächen zu den Seiten. Mit jeder Einatmung hebt sich die Bauchdecke, mit jeder Ausatmung lassen die Hüften und Leisten mehr los. Sollte die Dehnung Ihnen zu intensiv sein, legen Sie einfach unter jedes der Knie eine aufgerollte Decke oder ein kleineres Kissen. Bleiben Sie für mindestens 2 Minuten in dieser Position.

7) Rückenlage, Arme über der Brust gekreuzt

7) Rückenlage, Arme über der Brust gekreuzt

Kommen Sie in eine Rückenlage. Einatmen: Breiten Sie die Arme aus. Ausatmen: Kreuzen Sie die Arme genau über der Brust. Ziehen Sie die Schultern nach unten. Lassen Sie die gekreuzten Arme ganz schwer werden. Atmen Sie tief in die Rückseite des Herzens hinein. Machen Sie sich die Schwerkraft zunutze, geben Sie das Körpergewicht ganz an den Boden ab. Bleiben Sie für 10 tiefe Atemzüge in dieser Position. Kreuzen Sie dann die Arme andersherum.

8) Rückenlage, Schulterblätter unterstützt

8) Rückenlage, Schulterblätter unterstützt

Rollen Sie eine Yogamatte eng auf. Legen Sie die aufgerollte Matte quer. Legen Sie sich mit dem Rücken so auf die Matte, dass sich die Rolle an der Unterkannte des Schulterblattes befindet. Strecken Sie die Beine. Führen Sie die Arme rechtwinklig über den Kopf. Die Ellbogen und die Schultern befinden sich dabei auf einer Ebene. Geben Sie das Körpergewicht ganz schwer an die Matte ab. Nutzen Sie die Position: Atmen Sie tief bis in das erhobene Herz hinein. Bleiben Sie mindestens 2 Minuten in dieser Haltung.

 

Infos
CD Cover
Patricia Thielemann ist Yogalehrerin und Gründerin der renommierten Spirit Yoga Studios in Berlin. Sie hat mehrere CDs, darunter auch eine zu Moonlight Yoga, und zwei DVDs für Schwangeren- und Postnatal Yoga veröffentlicht. Ihr Buch „Yoga in der Schwangerschaft“ mit Begleit-DVD erschien im GU-Verlag. Patricias Yoga bildet eine Brücke zwischen den traditionellen und den westlich geprägten Yogastilen. Er ist transformierend, heilsam, herausfordernd und meditativ zugleich. Internet: www.spirityoga.de

Text + Model: Patricia Thielemann-Kapell
Fotos: Melissa Hostetler

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