Yoga-Philosophie als Übungspraxis
Von Eckard Wolz-GottwaldSeite 1 von 3
Bewusstseinsschulung mit Yoga-Philosophie: keine komplizierte Denkakrobatik, sondern ein transformierender Weg
Wenn ich erzähle, dass ich Yoga-Philosophie unterrichte, blicke ich nicht selten in leicht schmerzverzerrte Gesichter. Für die Körperübungen können sich in letzter Zeit sogar meine Männer-Freunde begeistern. Aber Yoga-Philosophie – diese abstrakte Theorie, die doch sowieso kaum jemand versteht? Hiermit will nun wirklich niemand etwas zu tun haben. Gut, manchmal haben diese Vorurteile für mich auch etwa Positives. In den Yoga-Lehrausbildungen werde ich meist als der große Yoga-Philosoph angekündigt und alle erwarten mich nur noch mit Angst und Schrecken. Wenn dann bald die ersten feststellen: „Der ist ja gar nicht so schlimm“, dann habe ich leichtes Spiel. Und wenn am Ende alle gemerkt haben, „Yoga-Philosophie ist ja vollkommen anders“, dann habe ich gewonnen.
Natürlich lehre ich Yoga-Philosophie auch als Theorie. Natürlich zeige ich mit Yoga-Philosophie auch den philosophischen Hintergrund der Körperpraxis. Aber so wichtig diese Theorien auch sind, sie bilden doch nur die Schale. Yoga-Philosophie im ursprünglichen Sinn gibt sich mit der Schale jedoch nicht zufrieden. Sie will auch die Frucht. Die alten Texte zu studieren und sich in ihren Inhalt zu vertiefen, führt dazu, die Schale der Yoga-Philosophie kennenzulernen. Die Texte der Yoga-Philosophie aber dazu zu nützen, über uns selbst etwa zu erfahren, eröffnet die wunderbare Möglichkeit, auch die Frucht der Yoga-Philosophie zu schmecken.
Von der Yoga-Theorie zu Jnana-Yoga
Yoga-Philosophie wird so zum Übungsweg. Sie wird zur Übung der Bewusstseinsschulung. Yoga-Philosophie wandelt sich von der Yoga-Theorie zur Übung des Jnana-Yoga (Sanskrit: jnana (m.) – Wissen, Erkenntnis, Weisheit). Yoga-Philosophie als Jnana-Yoga wird traditionell als eine Übungsform im großen Netzwerk der Yoga-Wege gesehen. So wie man im Yoga mit der Körperpraxis den Körper übt, so wird Yoga-Philosophie zum Übungsweg der Selbstreflexion. Die verschiedenen Übungswege können sich dann wechselseitig unterstützen. Gerade in der wechselseitigen Befruchtung und Förderung der verschiedenen Übungsformen liegt die große Chance, die uns die Vielfalt der Yoga-Wege aufzeigt. Die Körperübungen werden den Yoga-Philosophen erden. Und umgekehrt können wir durch das Üben der Yoga-Philosophie die Körperpraxis intensivieren. Es wächst die Klarheit darüber, was die Körperpraxis bezwecken soll. Wir können besser beurteilen, ob wir uns beim Üben auf dem richtigen Weg oder auf einem Abweg befinden, ob die gewählte Praxis die für uns geeignete ist oder ob eine andere Übungsform gewählt werden sollte.
Yoga-Philosophie als Aufstieg auf einen Berg
Yoga-Philosophie zu üben kann man sich vorstellen als die Vorbereitung, die Hilfsmittel und vielleicht auch die Wegzehrung für den Aufstieg auf den Berg des Yoga. Das Verstehen der Theorien verlangt viel Anstrengung und ein umfassendes Studium. Yoga-Theorien beeindrucken in ihrer Komplexität und Prägnanz. Theoretisches Wissen über Yoga kann Halt und Festigkeit geben. Je mehr Wissen wir ansammeln, desto mehr können wir auch festen Boden unter unseren Füßen gewinnen. Alles Nachdenken und alle Theorien über Yoga sind jedoch nur wie das vorbereitende Kreisen um den Berg, den wir eigentlich besteigen sollten. Komplizierte Theorien gehen dabei komplizierte Wege, einfache Theorien machen es sich etwas leichter. Ob kompliziert, abstrakt oder einfach – immer verbleibt man beim Theoretisieren noch am Boden, am Fuße des Berges. Bei aller Bewegung, die sie verursachen, sind die Theorien es jedoch nicht, die zum Aufstieg führen. Aber wann geschieht nun endlich der Aufstieg? Aufsteigen heißt, das Wissen über Yoga auf uns selbst anzuwenden, den Weg des Wandels und der Transformation selbst zu gehen. Yoga-Philosophie wird zur Übung des Denkens, wenn nicht nur die Einsicht über den Yoga, sondern die Einsicht über uns selbst wächst. Auf den Berg des Yoga hinaufsteigen heißt: sich selbst verwandeln. Und wir verwanÂdeln uns, wenn sich die Verspannungen, Unbewusstheiten und Getriebenheiten lösen und sich so Klarheit über unser wahres Selbst entwickelt. Dabei kann der Aufstieg der Yoga-Philosophie durchaus auch schwer sein. Er muss es aber nicht. Die einen lassen sich von einfachen Geschichten der Yoga-Philosophie inspirieren. Andere lieben die denkerische Herausforderung und werden eher durch die schwer zu verstehenden, abstrakten Formulierungen der großen Texte der Yoga-Tradition angesprochen. Das einzig Wichtige ist, sich durch die Beschäftigung mit Yoga-Philosophie verändern zu lassen, so dass Bewusstheit und Einsicht anwachsen.
Natürlich lehre ich Yoga-Philosophie auch als Theorie. Natürlich zeige ich mit Yoga-Philosophie auch den philosophischen Hintergrund der Körperpraxis. Aber so wichtig diese Theorien auch sind, sie bilden doch nur die Schale. Yoga-Philosophie im ursprünglichen Sinn gibt sich mit der Schale jedoch nicht zufrieden. Sie will auch die Frucht. Die alten Texte zu studieren und sich in ihren Inhalt zu vertiefen, führt dazu, die Schale der Yoga-Philosophie kennenzulernen. Die Texte der Yoga-Philosophie aber dazu zu nützen, über uns selbst etwa zu erfahren, eröffnet die wunderbare Möglichkeit, auch die Frucht der Yoga-Philosophie zu schmecken.
Von der Yoga-Theorie zu Jnana-Yoga
Yoga-Philosophie wird so zum Übungsweg. Sie wird zur Übung der Bewusstseinsschulung. Yoga-Philosophie wandelt sich von der Yoga-Theorie zur Übung des Jnana-Yoga (Sanskrit: jnana (m.) – Wissen, Erkenntnis, Weisheit). Yoga-Philosophie als Jnana-Yoga wird traditionell als eine Übungsform im großen Netzwerk der Yoga-Wege gesehen. So wie man im Yoga mit der Körperpraxis den Körper übt, so wird Yoga-Philosophie zum Übungsweg der Selbstreflexion. Die verschiedenen Übungswege können sich dann wechselseitig unterstützen. Gerade in der wechselseitigen Befruchtung und Förderung der verschiedenen Übungsformen liegt die große Chance, die uns die Vielfalt der Yoga-Wege aufzeigt. Die Körperübungen werden den Yoga-Philosophen erden. Und umgekehrt können wir durch das Üben der Yoga-Philosophie die Körperpraxis intensivieren. Es wächst die Klarheit darüber, was die Körperpraxis bezwecken soll. Wir können besser beurteilen, ob wir uns beim Üben auf dem richtigen Weg oder auf einem Abweg befinden, ob die gewählte Praxis die für uns geeignete ist oder ob eine andere Übungsform gewählt werden sollte.
Yoga-Philosophie als Aufstieg auf einen Berg
Yoga-Philosophie zu üben kann man sich vorstellen als die Vorbereitung, die Hilfsmittel und vielleicht auch die Wegzehrung für den Aufstieg auf den Berg des Yoga. Das Verstehen der Theorien verlangt viel Anstrengung und ein umfassendes Studium. Yoga-Theorien beeindrucken in ihrer Komplexität und Prägnanz. Theoretisches Wissen über Yoga kann Halt und Festigkeit geben. Je mehr Wissen wir ansammeln, desto mehr können wir auch festen Boden unter unseren Füßen gewinnen. Alles Nachdenken und alle Theorien über Yoga sind jedoch nur wie das vorbereitende Kreisen um den Berg, den wir eigentlich besteigen sollten. Komplizierte Theorien gehen dabei komplizierte Wege, einfache Theorien machen es sich etwas leichter. Ob kompliziert, abstrakt oder einfach – immer verbleibt man beim Theoretisieren noch am Boden, am Fuße des Berges. Bei aller Bewegung, die sie verursachen, sind die Theorien es jedoch nicht, die zum Aufstieg führen. Aber wann geschieht nun endlich der Aufstieg? Aufsteigen heißt, das Wissen über Yoga auf uns selbst anzuwenden, den Weg des Wandels und der Transformation selbst zu gehen. Yoga-Philosophie wird zur Übung des Denkens, wenn nicht nur die Einsicht über den Yoga, sondern die Einsicht über uns selbst wächst. Auf den Berg des Yoga hinaufsteigen heißt: sich selbst verwandeln. Und wir verwanÂdeln uns, wenn sich die Verspannungen, Unbewusstheiten und Getriebenheiten lösen und sich so Klarheit über unser wahres Selbst entwickelt. Dabei kann der Aufstieg der Yoga-Philosophie durchaus auch schwer sein. Er muss es aber nicht. Die einen lassen sich von einfachen Geschichten der Yoga-Philosophie inspirieren. Andere lieben die denkerische Herausforderung und werden eher durch die schwer zu verstehenden, abstrakten Formulierungen der großen Texte der Yoga-Tradition angesprochen. Das einzig Wichtige ist, sich durch die Beschäftigung mit Yoga-Philosophie verändern zu lassen, so dass Bewusstheit und Einsicht anwachsen.
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Rubrik:
Yoga Philosophie



