Reinkarnation - Über das Leben nach dem Tod
Von Sukadev Bretz„Viele Menschen beschäftigt der Gedanke, was nach dem Tod kommen mag. Die Reinkarnationslehre war zu allen Zeiten die am weitesten verbreitete Vorstellung für das Leben nach dem Tod. Sie findet sich sowohl in den östlichen Religionen wie z.B. dem Hinduismus und Buddhismus als auch in den westlichen Religionen wie im Juden- und anfänglichen Christentum. Der Reinkarnationsglaube entspricht besonders stark dem Bedürfnis des Menschen nach einem Sinn im Leben.
Die Yoga Theorie vom Leben nach dem Tod
Die Reinkarnationstheorie sieht das Leben als einen Kreislauf an, ähnlich wie den Lauf der Sonne. Dabei ist die eine Hälfte des Laufs der Sonne sichtbar, die andere unsichtbar. Im sichtbaren Halbkreis werden wir irgendwann geboren, ähnlich wie die Sonne aufgeht. Dann wachsen wir, so wie die Sonne aufsteigt. Zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr erreichen wir den physischen Höhepunkt. Danach beginnt das Altern, auf welches der Tod, der Sonnenuntergang, folgt.
Mit dem Tod ist das Leben jedoch nicht zu Ende, genauso wenig wie die Sonne bei Sonnenuntergang stirbt, sondern nur unsichtbar wird. Entsprechend geht das Leben in der Astralebene weiter: Der physische Tod entspricht der Geburt in der Astralebene, dann erfolgt das Aufsteigen in höhere Astralebenen und dann wieder das Absteigen in die niederen Astralwelten, gefolgt vom Tod in der Astralebene, dem wieder die Geburt auf der Erde entspricht, die der Beginn der nächsten physischen Inkarnation ist.
Indizien für Reinkarnation
Es gibt Hinweise, die für die Reinkarnation sprechen:
1. Es wird von Kindern berichtet, die sich an frühere Leben erinnern. Der amerikanische Forscher Ian Stevenson von der University of Virginia hat zahllose Fälle dokumentiert, in denen die Personen tatsächlich existierten, an die sich Kinder aus einem früherem Leben erinnern konnten.
2. In so genannten Rückführungen können Menschen von Reinkarnationstherapeuten in frühere Leben zurückgeführt werden.
3. Die zahlreichen wissenschaftlich untersuchten Nahtoderfahrungen legen die Vermutung nahe, dass Bewusstsein und Wahrnehmung ohne Gehirn und Sinne möglich ist.
4. Es gibt eine Reihe von Channel-Medien, die auch unter Laborbedingungen Dinge über Verstorbene, die sie nie gekannt und über die sie nie gehört oder gelesen haben, erzählen können.
5. Viele Menschen machen in Tiefenentspannung, Meditation, Narkose, Koma oder geänderten Bewusstseinsstufen die Erfahrung, ihren Körper zu verlassen. Manche können anschließend beschreiben, was sich in einem Nachbarraum befindet. Manche haben das Gefühl, feinstofflichen Wesen zu begegnen.
6. Manche Menschen erscheinen einem auf den ersten Blick sehr vertraut, und es ist sofort eine enge Verbindung da. Das könnte darauf hindeuten, dass man diese aus einem früheren Leben kennt.
Trotz dieser Indizien kann man natürlich nicht behaupten, dass die Reinkarnation bewiesen ist, aber sie ist eine nahe liegende Hypothese. Vermutlich wird man jedoch erst davon überzeugt, wenn man entweder in einem geänderten Bewusstseinszustand seine früheren Leben wieder erlebt oder die Erfahrungen nach dem Tod selbst macht.
Vorbereitung auf den Tod
Normalerweise spürt ein Mensch den Zeitpunkt seines Todes. So kündigen viele alte Menschen ihren Mitmenschen ein paar Tage vorher an, dass sie gehen werden. Wenn der Mensch genau spürt, dass sein Tod bevorsteht, sollte er seine Angelegenheiten, seinen weltlichen wie seinen geistigen Nachlass, regeln. Er sollte schrittweise loslassen. Das kann durch Gespräche mit engeren Verwandten und Freunden geschehen, in denen er vielleicht noch Aufgaben und Verantwortung weiter reichen und sein Wissen vermitteln kann. Zu dem Prozess gehört auch, Lebewohl zu sagen, und das Wohl seiner Angehörigen ganz Gott anzuvertrauen im Bewusstsein, dass die irdische Aufgabe für dieses Leben erfüllt ist, und der Sterbende sich frei macht für Neues. Er sollte sich auch mit Menschen versöhnen, mit denen er sich vorher nicht gut verstanden hat.
Oft ist es dem sterbenden Menschen ein großes Bedürfnis, über den Tod zu sprechen, aber meist befürchten Angehörige, dass es dem Sterbenden unangenehm sei, darüber zu reden und wollen ihn nicht daran erinnern. Der Sterbende dagegen kann wie gesagt genau das gegenteilige Bedürfnis haben und dazu durch die ausweichende Zurückhaltung seiner Umwelt nicht die Gelegenheit bekommen.
Ist derjenige ein christlich gläubiger Mensch, mag es sinnvoll sein, wenn man den Pfarrer zu einem Haus- oder Krankenhausbesuch bittet. Eventuell kann man mit dem Todgeweihten auch über Reinkarnation sprechen. Natürlich gibt es auch Sterbende, die nicht über Gott und den Tod sprechen wollen, was man dann selbstverständlich respektieren sollte
Ideal ist, wenn jemand noch einmal mit dem Dahinscheidenden betet, über spirituelle Dinge spricht oder ihn aufklärt, was nach dem Tod passiert. Er sollte auch spirituelle Bücher und heilige Schriften lesen.
Dies ist in den meisten Kulturen Tradition, wie z.B. im Christentum, wo Kranke Besuch vom Priester oder Pfarrer erhalten. Das Ritual der letzten Beichte oder „Letzten Ölung“ hilft, sich vor dem Tod von allem Irdischen zu lösen. In der yogischen Tradition gilt insbesondere das „Maha Mrityunjaya“- Mantra als ein sehr machtvolles Mittel, um dem Sterbenden den Übergang zu erleichtern und ihm die nötige Kraft und Energie für die Reise zu geben. Wenn er dafür offen ist, kann man es mit ihm gemeinsam oder still für sich wiederholen.
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