Home Yoga Hatha-Yoga 4 Ayurvedische Kräuter für die Hatha Yoga Praxis

4 Ayurvedische Kräuter für die Hatha Yoga Praxis

Von Dr. David Frawley
Traditionell wurden Kräuter von Yogis schon immer dafür verwendet, die Praxis von Yoga zu verbessern, nicht nur die Asana-Praxis, sondern auch die der Meditation. Sie verwendeten Kräuter als spezielle Nahrung, zur Energieregulierung und schließlich, um Krankheiten zu behandeln
Bestimmte Kräuter wie z.B. tulsi (Heiliges Basilikum), wurde in der Nähe von Ashrams angepflanzt und zum Kochen, als Medizin, bei Ritualen und zur allgemeinen Erhöhung der Schwingung verwendet. Ayurveda, die traditionelle Medizin der yogischen Tradition, gebraucht Kräuter hauptsächlich für Heilungszwecke. An dieser Stelle wollen wir einige spezielle ayurvedische Kräuter auf ihre Nützlichkeit für die Hatha Yogapraxis hin untersuchen. Anschließend werden wir uns dann kurz mit Sesamöl beschäftigen.

Die Kräuter können in zwei Hauptgruppen unterteilt werden: Kräuter, die unsere körperliche Beweglichkeit verbessern und Kräuter, die unsere Energie zu steigern vermögen. Kräuter, die unsere Beweglichkeit steigern, sind uns eine große Unterstützung bei der Ausübung der Asanas. Sie bestehen aus Kreislaufstimulatoren, die das Blut reinigen, Heilung vorantreiben, Muskelverkrampfungen lösen und Schmerzen beenden. In der Sportmedizin hilft diese Gruppe Verletzungen vorzubeugen. Sie liefern uns eine bessere
Bewegungskoordinierung und erlauben es uns, Schnelligkeit zu entwickeln.

Die Energiesteigerer unter den Kräutern unterstützen in erster Linie unser pranayama. Diese Gruppe besteht aus tonisierenden Kräutern, die nahrhaft und beruhigend wirken und uns auf einer tiefen Ebene mit Kraft versorgen. Sie sind hervorragend in Situationen von Schwäche, der Genesung oder im Alter. Sie liefern uns Energie bei sportlicher Aktivität, bringen uns Zähigkeit und verbessern unsere Ausdauerkräfte. Bei uns im Westen gehören viele der beliebtesten orientalischen Kräuter zu dieser zweiten Kategorie. Dies schließt das ganze Spektrum von sowohl Chinesischen Toniken wie ginseng, astragalus, dang gui und rehmannia, als auch verschiedene ayurvedische Toniken wie  ashwaghanda, shatavari bala, und vidari mit ein. Diese versorgen unseren Körper auf einem hohen Niveau und sind besonders für Vegetarier hilfreich, die für ihre physische oder mentale Ausübung besonders kraftspendende Nahrung benötigen.

Guggul
Guggul (Commiphora mukul) ist wahrscheinlich das wichtigste ayurvedische Kraut in der ersten Gruppe. Es ist mit Myrrhe verwandt, weist auch ähnliche Eigenschaften auf, dennoch verhindert seine besondere Beschaffenheit, dass seine Harze die Nieren schädigen. Guggul reinigt das Blut, Herz, Leber und Milz und entfernt tiefsitzende Toxine. Es fördert den Heilungsprozess bei Verletzungen des weichen Zellgewebes als auch der Knochen und ist sehr nützlich wenn es um das Verhindern der Bildung von postoperativem Narbengewebe geht.

Guggul fördert die Beweglichkeit von Muskeln, Bändern und Knochen und ist eine wichtige Medizin bei der Behandlung von Arthritis. Es stärkt das Herz, senkt Cholesterin und vermag Herzinfarkte zu verhindern. Viele Westliche Kräuterhändler verkaufen es heute als Herztonikum. Es ist zudem gut bei Diabetes, Asthma und Fettleibigkeit (im Ayurveda hauptsächlich kapha und vata Störung).

Guggul ist als einzelnes Kraut, als Extrakt und in verschiedenen ayurvedischen Rezepturen erhältlich. Ein ihm verwandtes Kraut, shailaki (Boswellia), kann gut mit Guggul kombiniert werden, da es seine  Eigenschaften teilt (obgleich es besser für pitta ist). Das Kompositum Yogaraj Guggul ist besonders gut bei der Behandlung von arthritischen Schmerzen und es fördert zudem unsere Beweglichkeit. Guggul wird in der Regel morgens und abends in der Dosis von einem halben Gramm in Tablettenform eingenommen (ähnlich wie bei Myrrhe ist sein Geschmack unangenehm). Über längere Zeit genommen hilft es uns bei der Asana-Praxis und wirkt verjüngend auf Knochen und Muskeln.

Ashwaghanda
Ashwaghanda (Withania somnifera) steht ganz oben auf der Liste der ayurvedischen tonischen Kräuter. Es wird in Indien sehr häufig verwendet, ähnlich wie Ginseng in der Chinesischen Medizin. Ashwaghanda besitzt ausgezeichnet nahrhafte Eigenschaften und stärkt Muskeln, Sehnen, Knochen und Nerven. Es steigert ojas, die Hauptenergie des Körpers, die unser Immunsystem kräftigt und gleichzeitig unseren Geist ernährt. Es verbessert die sexuelle Vitalität, fördert Fruchtbarkeit und schützt vor Fehlgeburt. Es mildert chronische Gelenk- und Nervenschmerzen und ist besonders gut für jene, die an Osteoporose oder schwachen Knochen leiden.

Auf einer tieferen Ebene beruhigt Ashwaghanda unseren Geist und fördert Konzentration und Meditation. Im Gegensatz zu Ginseng, das stimulierend wirkt, kann Ashwaghanda als ein Beruhigungsmittel bezeichnet werden; es erleichtert tiefen Schlaf, ist also ein wirkungsvolles Gegenmittel bei Schlaflosigkeit. Es ist speziell dafür geeignet, auf wirkungsvolle Weise Stress, tiefen Depressionen und Angstzuständen zu begegnen. Es ist das Hauptkraut für die Behandlung von tiefsitzenden vata (Luft) Störungen. Ashwaghanda wird normalerweise morgens und abends pulverisiert in einer Dosis von einem bis vier Gram eingenommen. Vielleicht ist es am besten, es fünfzehn Minuten lang in Milch gekocht, in einer Tasse zu sich zu nehmen. Es kann etwas naturbelassener Zucker, Ghee oder Zimt hinzugegeben werden. Dadurch wird es etwas schmackhafter. Das Kraut selbst ist bitter und hat einen unangenehmen Geschmack. Über einen längeren Zeitraum eingenommen, schenkt es uns eine positive Lebensenergie, sowohl auf der physischen als auch auf der geistigen Ebene.

Amalaki
Amalaki (Emblica officinalis) ist von den ayurvedisch tonischen Kräutern, das am meisten verwendete; angefangen beim Plasma, ist es für seine verjüngende Wirkung auf alle körperlichen Systeme berühmt. Amalaki ist hervorragend dafür geeignet, um Krankheiten wie Stress, Anämie, Asthma und Schwäche, wie auch den meisten anderen chronischen Krankheiten, erfolgreich zu begegnen. Es bringt das ganze System in Harmonie und verbessert grundsätzlich unsere organischen Funktionen; zudem ist es eine ausgezeichnete Quelle an Vitamin C. Amalaki wird häufig als ein speziell vorbereitetes Gelee eingenommen, chayvan prash genannt, das man oftmals auf indischen Märkten findet, oder wo auch immer ayurvedische Kräuter verkauft werden.

Ein oder zwei Teelöffel von chayvan prash können je morgens und abends mit warmem Wasser oder warmer Milch eingenommen werden. Dies stellt eine sehr gute Kräuternahrung dar, die auch für den Langzeitgebrauch geeignet ist und für alle Altersstufen und Konstitutionstypen (auch pitta) passt. Es ist zudem die ideale Nahrungsergänzung für alle, die eine höhere Energiequelle im Leben wollen.



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