| „Deutschland sucht das Superhirn!“ war der Titel eines Artikels, der mir vor einiger Zeit beim Lesen eines Nachrichtenmagazins ins Auge fiel. Besonders spektakulär war der dazu gehörige Artikel, in dem es um ein Ranking der führenden Intellektuellen Deutschlands ging, nicht, aber er führte mir doch deutlich vor Augen, welchen hohen Stellenwert intellektuelle Höchstleistungen in unserer Kultur genießen. Als besonders intelligent gilt demnach, wer möglichst viele Informationen möglichst schnell aufnehmen, kreativ verknüpfen und anwenden kann. Und das ist angesichts der immer größer werdenden Bandbreite und Schnelllebigkeit von Wissen im heutigen Informationszeitalter ja auch eine äußerst wertvolle, ja geradezu überlebensnotwendige Fähigkeit.
Es gibt jedoch auch „Superhirne“ einer ganz anderen Art. Buddhistische Mönche zum Beispiel, die in jahrelanger Meditationsübung gelernt haben, ihre unwillkürlichen Körperfunktionen wie Körpertemperatur und Herzschlag willkürlich zu steuern, was wissenschaftlich verschiedentlich dokumentiert und sogar gefilmt wurde. Andere Meditierende können sich willentlich in einen Zustand von tiefster Konzentration, Seligkeit oder Mitgefühl versetzen, was anhand der Hirnaktivität nachweisbar ist.
Yogis, Mystiker und Meditationsmeister aller spirituellen Traditionen haben ihr Denken in einer ganz anderen Weise geschult als es in unserer Kultur der Fall ist. Ihnen ging es nicht vorrangig um intellektuelle Höchstleistungen eines nach Außen gerichteten Denkens, sondern um Sammlung und Vertiefung anhand eines einzelnen Gedankens, mit dem letztendlichen Ziel, das Denken selbst zu transzendieren und zur Wirklichkeit vorzudringen. Kurz, man könnte sagen, es geht auf diesem Weg um Transformation statt Information.
Wir sind heute in der glücklichen Situation, dass wir Zugang zu einer ungeheuren Fülle von Weisheitstexten und heiligen Schriften besitzen. War noch vor...<<< Ende des Auszugs >>>
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