Aus der Atomphysik ist bekannt, dass die subtilsten Energien die größten Kräfte in sich bergen. Jeder Gedanke ist und bewirkt eine Schwingung oder Welle, die sich überall hin ausbreitet. Jeder Gedanke hat ein Potential, sich zu materialisieren. Wenn unsere Gedanken geprägt sind von Ängsten „jemand nimmt uns etwas weg“, „jemand will mich übervorteilen“, „jemand will mich ausbooten“…, dann kreiere ich selbst mit diesen Ängsten Schwingungen, die sich materialisieren können. Wenn unsere Gedanken permanent mit den Erfolgsmechanismen der materiellen Welt, deren Organisation und Koordination beschäftigt sind, dann investieren wir ausschließlich in die materielle Welt. Meist bleibt dann nicht mehr viel Energie übrig für die wirkliche Schönheit des Lebens: Freude, Liebe, Herzlichkeit, Geborgenheit, Freundschaft, Frieden…
Unsere Gedanken erzeugen mit den verschiedensten Gemütszuständen wie Ärger, Enttäuschungen etc. ebenso Gedankenmüll wie Handys Schwingungsmüll erzeugen. Eine besondere Kommunikationsform ist in den letzten Jahren entstanden: die SMS = “Short-Message-Service“.
Eine SMS zu senden, ist selbstverständlich geworden und hat eine eigene Sprache (Zahlen ersetzen Wortteile: 4you etc.) geschaffen, die wiederum dabei ist, die eigenen Denkstrukturen zu verändern (Worte werden als Tastaturbild gedacht). Alles dreht sich um eine schnelle, einfache und bestmögliche Wunscherfüllung zu möglichst geringen Kosten bzw. mit geringer Gegenleistung. Wir wollen andere schnell mit wenigen Worten informieren und von anderen schnell und kurz informiert werden.
Je nach dem wie groß der eigene Aufgaben-, Verantwortungs- oder Freundes- und Familienkreis ist, kreist unser Denken den ganzen Tag über nur in einem mehr oder weniger kleinen Radius um uns selbst herum. Da die Familienverbände in den letzten Jahren immer kleiner werden, die Arbeits- oder Aufgabenbereiche (bedingt durch Arbeitslosigkeit, Krankheit etc.) abnehmen und auch Freundschaften immer schwerer zu schließen sind, wird auch unser Denkradius immer kleiner. Wir denken meist nur über die Ich-Befriedigung (Wunscherfüllung) nach, und übernehmen keine Verantwortung für die mittelbare oder unmittelbare Umgebung. Dieser kleiner werdende Denkradius fördert Egozentrik bis hin zu Egoismus. Vereine, Verbände und soziale Institutionen vermissen engagierte Hilfen; ehrenamtliche Mitarbeiter werden nur noch schwer gefunden.
Das eigene Denkpotential ebenso wie Freundschaft erhalten und vermehren sich, indem sie kreativ verschenkt werden. Es ist spirituell, wenn wir einen wirklich großen Gedanken kreieren, wenigstens einmal am Tag. Große Gedanken sind hier im Sinne von Verantwortung und Fürsorge für die unmittelbare bis weltweite Umgebung gemeint. Der wohl größte Gedanke ist der Gedanke der Zusammengehörigkeit mit allen Menschen und der Wunsch nach Frieden für alle Menschen auf der Welt. Friede ist ein Moment inniger Freude, die in einem entspannten Zustand entsteht und sich zeigt, wenn die eigene Persönlichkeit und das innere Selbst miteinander übereinstimmen.
Freundschaft hat viele Aspekte. Die materiellen Aspekte von Freundschaft sind praktisch (in vielen Lebenssituationen), zweckmäßig (Austausch von “geben“ und „nehmen“, Verlässlichkeit wird erlebt) und herzerwärmend (man ist nicht allein, man erfährt Nähe und Geborgenheit). Freundschaften geben viel und kosten „möglichst“ wenig. Aus der Masse der Menschen suchen oder finden oder wählen wir, die eine Freundschaft oder die wenigen Freundschaften heraus.
Der spirituelle Aspekt von Freundschaft beginnt in dem Moment, wo wir realisieren, dass wir selbst uns isolieren, dass wir selbst unsere Probleme schaffen und dass wir uns selbst ändern könnten. Wenn wir realisieren, dass wir mit allen Menschen auf der Welt verbunden sind, sammeln wir keine Freunde mehr, sondern strahlen Freundschaft aus. Dann kehrt sich das materielle Dreieckssymbol um und verbindet sich mit dem kosmischen Bewusstseinssymbol. Es entsteht das Sternsymbol für die Herzensenergie
Es gibt ein aktuelles Yogakonzept, dass drei Yoga Aspekte miteinander verbindet: Shanti-Yoga = Yoga des Friedens, Maitri-Yoga = Yoga der Freundschaft, Samyoga = Yoga des Eins-seins. Shanti Maitri Samyoga, kurz „spirituelle SMS“ genannt.
Wenn mehrere Menschen gleichzeitig und zur gleichen Zeit die Wünsche und Gedanken nach Frieden und Freundschaft zentrieren und bündeln, entstehen Kraftvolle und kreative Energien. Die regelmäßige Praxis von Shanti Maitri Samyoga schult die eigene Konzentrationsfähigkeit und stärkt die positiven Kräfte in jedem Menschen. Jeder kann dieses Yogakonzept in das eigene Leben integrieren, unabhängig von Alter, Religionszugehörigkeit oder politischer Richtung.
Günstig wäre ein Zeitpunkt, der regelmäßig eingehalten werden kann. Zum einen hilft es der Konzentration, zum anderen fällt es bezüglich der Regelmäßigkeit leichter, immer den gleichen Zeitpunkt zu wählen. Ideal wäre es, wenn viele Menschen gleichzeitig Frieden und Freundschaft hinaus in die Welt senden. Dann sind diese Gedankenschwingungen natürlich viel kraftvoller. Wir beenden in der Yogaschule AUM HARI unseren Yogaunterricht immer mit Shanti-Maitri-Samyoga, um prinzipiell unseren verantwortlichen, gedanklichen Beitrag zu leisten.
Schließen Sie die Augen. Spüren Sie in ihr Herz hinein und schauen Sie von innen auf die Stirn. Fühlen Sie sich mit allen Menschen verbunden und wünschen Sie für uns alle Frieden und Freundschaft. Diese Yogapraxis ist eine tägliche spirituelle SMS an das Selbst.
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Kumud Schramm ist Yogalehrerin BDY/EYU und spirituelle Leiterin der Aum Hari Yogaschule Frankfurt/Main. |