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Nada-Yoga - der Yoga der Klänge
Text: Barbara Irmer & Carmen Mager
Spielend und hingebungsvoll leicht erforschen wir im Nada-Yoga den Klangraum innerhalb des Körpers, der über die Klangübungen unsere Atmung harmonisiert. Durch die stimmliche Präsenz, die wir in dieser Art des Yoga-Sadhana erwerben, entsteht ein Gefühl von Verbundenheit mit allem - eine Herzensöffnung, Frieden.

Unser Körper ist vergleichbar mit einem feingestimmten Musikinstrument. Wenn wir harmonische, heilsame Klänge erzeugen wollen, müssen wir uns mit Achtsamkeit auf unser Instrument "Körper" einstimmen. Der Körper hat eine Vielzahl von luftgefüllten Räumen, die als Resonanzräume dem Klang seine Farbe verleihen. Wir können sie durch spielerisches Tönen in den Stimmklang integrieren. Die Stimme klingt dann voll, weich und harmonisch -  wir erschaffen Reinheit und Schönheit. Das Ohr mit seiner Verarbeitungsfähigkeit der unterschiedlichsten Frequenzbereiche kann feiner eingestellt werden. Wir lernen, uns auf die dem Klang innewohnenden subtilen Schwingungen einzustimmen. Das kann eine Konzentration entstehen lassen, in der unsere verborgenen Ressourcen zugänglich werden. Wir beginnen mehrdimensional zu hören und erfahren eine spontane Lebensfreude.

Kirtan ist eine uralte Praxis, bei der Sanskrit-Mantren melodisch in einer hingebungsvollen Art und Weise gesungen werden. Jede einzelne Körperzelle wird durch Tönen, Rezitation und den Gesang von Mantras und Bhajans in Schwingung versetzt. Diese Schwingungen können sich über den physischen Körper hinaus bis zur Ebene von Anandamaya-Kosha ("Glückseligkeitshülle") ausdehnen. Beim Kirtan, der von klassischen indischen Instrumenten (Tamboura, Sitar, Harmonium, Zimbel usw.) begleitet wird, können wir erleben, dass feine Resonanzen in uns erweckt werden - das Eintauchen in ein Meer des Urklangs.

Durch Rezitation eines Mantras können wir eine Rückbindung an das Göttliche erfahren, das in jedem Moment des Tages für uns erreichbar ist. Dazu wählen wir Mantren, die unsere Yogapraxis beflügeln und ein Ausdruck der spirituellen Qualität sind, die wir anstreben und verinnerlichen möchten. Wir richten unser ganzes Sein auf den Klang, den Inhalt und die Bedeutung des Mantras, dessen feinstoffliche Klanganteile für uns erlebbar werden. Diese subtilen Klänge sind in ihrer Quintessenz die göttliche Kraft selbst, die in uns zum Schwingen gebracht wird. 

Ein Teil des Nada-Yoga besteht in der heilenden und schöpferischen Kraft des Klanges. Ein anderer ist die Erfahrung von Stille und das Erleben der Räume zwischen den Tönen. Hier begegnen wir dem Ziel des Nada-Yoga am ehesten, hier, wo der äußere und der innere Klang verschmelzen und der Anahata-Nad, der Ton des Herzens, erfahrbar wird.

Die Ausübung von Nada-Yoga hilft uns, den "unruhigen Geist" zu zentrieren und uns ohne größere Anstrengung mit einem höheren Seins-Zustand zu verbinden. Wir richten den Geist auf die innerlich gehörten Töne, die wie ein Wegweiser zu inneren Welten sind. Die Klangempfindung verändert sich während des Lauschens, so dass wir immer subtilere Klänge wahrnehmen können, die in verschiedenen Räumen entlang der Mittelachse des Körpers erklingen. Sie liegen im Bereich des Herzchakras und an der Medulla oblongata, dem höchsten Punkt der Wirbelsäule, und im Bindu-Punkt, dem höchsten Punkt der Schädeldecke.

Wenn wir uns durch das Lauschen auf die inneren Klänge versenken, kann der Geist sich beruhigen und klären. »So vernehmen wir schließlich den ursprünglichen eigenen Klang, der uns gleich einem rauschenden Quell ein Leben lang speist. Dieser Klang wird nicht hervorgerufen, er klingt aus dem Selbst heraus und macht uns als Wesen aus. Wenn wir ihn wahrnehmen, erkennen wir die Schönheit unseres Selbst und erfahren Glückseligkeit.«

Weitere Infos im Internet
www.wegdermitte.de

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