Yoga Aktuell
Jetzt YOGA AKTUELL im Probe-Abo abonnieren und ein Heft GRATIS erhalten!
YOGA | AYURVEDA | MEDITATION | MAGAZINE | ABO | ANZEIGEN | MEDIADATEN | SHOP
 
< Zurück zur Übersicht
Artikel [11 von 15] < zurück  |  vor >
Druckversion | Leserbrief | Versenden
 
Asana Workshop - Vasisthasana
Text: Richard Rosen
Wir sind alle bewusste Wesen, doch verbringen wir seltsamer Weise nur sehr wenig Zeit damit, uns unseres Bewusstseins auch wirklich bewusst zu werden.

Was also genau ist unser Bewusstsein, wo liegt es, was ist sein Ursprung und wo führt es uns hin? Wenn wir damit beginnen, uns unser Bewusstsein bewusst zu machen, dann gehen wir vielleicht von der Annahme aus, dass es sich dabei irgendwie um ein Produkt unseres Gehirns handeln müsste, in etwa so, wie Licht das "Produkt" einer Glühbirne sein kann. Die Yogis lehren uns jedoch, dass das Bewusstein von der Weltenseele, Brahman, ausgeht, was soviel wie "Anschwellen des Geistes" bedeutet, oder, entsprechend wie es in der 2800 Jahre alten Chandogya Upanishad heißt: "das, was wirklich und wahrhaftig ist." Bewusstsein durchdringt alles und jeden und ist überall: es ist "in den Pflanzen", sagt Sri Aurobindo, "in den Metallen, in den Atomen, in der Elektrizität, also auch in allem, was zur physischen Natur gehört."

Genauso besitzt jede einzelne Zelle unseres Körpers, wie Sir John Woodroffe in seinem Buch "Die Schlangenkraft" bemerkt, "ihr eigenes Bewusstsein." Diese Zellen vereinigen sich und formen  verschiedene Körperbestandteile wie Flüssigkeiten, Haut, Nerven, Muskeln und Knochen, Drüsen und Organe und erschaffen somit alle zusammen ein neues Bewusstsein. Wir sind, so könnte man sagen, eine Gemeinschaft unterschiedlicher Stimmen, wobei jede zur Harmonie der Gesamtgruppe beiträgt, sich aber nach wie vor ihre einzigartige, vernehmenswerte Botschaft bewahrt hat. Die Yogis kratzen die Oberfläche des Bewusstseins an, dessen am deutlichsten spürbare Manifestation der eigene Körper ist.

B.K.S. Iyengar sagte einmal: "Wenn du nicht einmal deinen kleinen Zeh sehen kannst, wie willst du dann jemals dein höheres Selbst sehen können?" Selbst-Verwirklichung beginnt also zunächst einmal mit einer detaillierten Bestandsaufnahme unseres physischen "Besitzes". Traditionell ist das Werkzeug, das Yogis für diese erste Stufe der Praxis verwenden, ein Asana (Körperhaltung). Dabei ruht unsere Aufmerksamkeit während der Haltung im allgemeinen zunächst mehr auf oberflächlicheren Strukturen wie Muskeln und Knochen.

Nach einer Weile jedoch werden wir mehr und mehr zu Bewusstseins-Experten heranreifen, wie z.B. der Kniesehnen, des Hüftgelenks oder etwa der Wirbelsäule. Diese Strukturen bringen in der Tat wesentliche Qualitäten unseres Seins und Werdens zum Ausdruck; will man jedoch die gesamte "Bewusstseins-Gemeinschaft" erfassen - und dies macht durchaus Sinn - ist es notwendig, jenseits dieser Grenzgebiete in das innere "Herz" des Landes vorzudringen.

Ein vielversprechender Ansatz ist hier die "experimentelle Reise" von Bonnie Bainbridge Cohens „Body-Mind-Centering.“ Sie vergleicht den äußeren Körper mit einem Container und beschreibt sein Bewusstseinsspiel, das wir immer dann betreten, wenn wir Bewegung von Muskeln und Knochen veranlassen, mit Worten wie "Form, Kraft, Klarheit, Grazie, Absicht." Der "Inhalt" des Containers, also der innere Körper, besteht in erster Linie aus Organen, Drüsen und Flüssigkeiten. Die Organe füllen unseren inneren Raum aus und liefern uns "ein Gespür für Volumen und Ganzkörperlichkeit, sowie Vitalität und Unterstützung unserer Skelettausrichtung."

Sie geben uns das "Fleisch" und justieren den Ton unseres Emotionallebens, ob schlaff, ausgeglichen oder angespannt; darüber hinaus können wir, da die Organe über Nervenverzweigungen aus dem Nervensystem mit den Muskeln verbunden sind, anhand des "geistigen" Zustands der Organe definieren, wie jemand sich bewegt oder festhält oder mit der Welt in Verbindung tritt. Bainbridge Cohen gibt uns zu verstehen, dass wir für gewöhnlich nur einen kleinen Abschnitt eines enormen Spektrums uns zur Verfügung stehender Bewegungspotentiale nutzen. Wir halten uns unbewusst zurück und begrenzen somit die Möglichkeiten, wohin wir gehen, bzw. was wir tun können und wie wir zu Bewusstsein gelangen. Für sie sind wir mehrfach überlagerte Geschöpfe, die lernen müssen, jeden Aspekt ihres physischen und spirituellen Selbstes zu ver-körpern, bzw. zu entkörpern.

Was geschieht nun, wenn Sie sich von den inneren Organen her in ein Asana hineinbewegen? Meine Schüler berichten von der folgenden Erfahrung: die Haltung fühlt sich "ruhiger" an, weniger mühsam; die Bewegung in die Haltung hinein und aus der Haltung heraus, richtet sich mehr am "Inneren" des Körpers aus; weiter berichten sie, dass die verschiedenen Körperteile und der gesamte Bewegungsablauf wesentlich koordinierter in einem nachvollziehbaren Ganzen zusammenfinden.

In diesem Artikel werden wir uns ganz auf das Herz konzentrieren. Durch die Sprache des Herzbewusstseins bringen wir Liebe, Verlust und Trauer, Angst und Großzügigkeit, Aufrichtigkeit und Entsetzen, Betroffenheit und Depression, Sympathie, Entschlossenheit und Verletzbarkeit zum Ausdruck. Das physische Herz befindet sich leicht links von der Brust, gleich unterhalb des Brustbeins.

Der Einfachheit halber werden wir das Herz zur Brustmitte verlagern und von dort noch ein bisschen nach unten. Die Yogis haben genau in dieser Region ein Energiezentrum oder chakra ("Rad") ausgemacht, was von ihnen „anahata ckakra“ genannt wird „das Rad des immerwährenden Klanges“, was tatsächlich das feinstoffliche Pendant unserer unermüdlichen, getreuen „Pumpe“ ist. Anahata ist ein Klang, den nur Yogis zu hören in der Lage sind, jedoch nicht vom Schlagen des Herzens herrührt und meist als der "Puls des Lebens" bezeichnet wird: der heilige Laut OM.

Wann immer ich in diesem Artikel das Wort "Herz" verwende, ist damit das oben genannte "Yoga-Herz" gemeint, es sei denn, es ist ausdrücklich anders aufgeführt. Die Haltung, die ich diesmal ausgewählt habe, heißt „vasisthasana“, zu Ehren des Weisen Vasishtha, dessen Name wörtlich "Besitzer des Reichtums" bedeutet. Er wurde so genannt, da er der glückliche Besitzer von Nandini war, einer fabelhaften Kuh, die alle seine Wünsche erfüllen konnte. Wann immer er irgendwas bedurfte, sei es Essen, Juwelen oder Kleidung - was auch immer sein Herz begehrte - musste er lediglich "Gib" sagen und die Kuh gab es ihm.

Wir werden an dieser Stelle an einer vereinfachten Version der Haltung arbeiten. (In B.K.S. Iyengars Buch "Licht auf Yoga" finden Sie eine  Beschreibung und Bebilderung der vollständigen Haltung.) Unsere vasisthasana sieht wie ein großes T aus, das zu einer Seite umgekippt worden ist: Beine, Rumpf und Kopf sind der senkrechte Stamm des Buchstabens und die ausgestreckten Arme  bilden den waagerechten Querbalken dazu.

Die Arme spielen bei vasishthasana eine zentrale unterstützende Rolle. Anfänger sind häufig sehr überrascht, wie schnell die Arme zu zittern anfangen, Widerstand leisten und das ganze Unterfangen zu einem abrupten Ende bringen. Die typische Reaktion daraufhin ist meist: "Oh, mir fehlt es einfach an Kraft, diese Haltung auszuführen."

Kräftige Arme zu haben, ist zweifelsohne ein Faktor bei der Meisterung dieser Haltung; jedoch ist, wie Bainbridge Cohen verdeutlicht, eine grundlegende Stärke nicht einzig und allein eine Angelegenheit des Muskel-Bewusstseins, wie vielleicht viele entmutigte Schüler annehmen mögen. Es hängt ebenso von unserer Fähigkeit ab, bewusst das Bewusstsein von den Organen mit einzubeziehen.

So stellen wir uns deshalb jetzt vor, dass wir wie Vasishtha eine Nandini besitzen, nur dass die unsere keine Kuh ist, sondern unser Herz. Und dieses bitten wir nun, da wir hingebungsvoll die Haltung ausführen wollen, unsere Arme mit Energie zu versorgen. Wir gelangen für gewöhnlich aus der Hund-Haltung (adho mukha svanasana; wenn Sie diese Haltung nicht kennen, so finden sie sie auch in dem Buch „Licht auf Yoga“ beschrieben) in die Vasisthasana-Haltung, zuerst auf rechten Arm und rechtes Bein gestützt und dann wechseln wir auf die andere Seite. Wenn wir im Folgenden erst durch die Vorbereitungen und dann durch die eigentliche Übung hindurchgehen, werde ich mit bestimmten Körperpartien im besonderen arbeiten: den Schlüsselbeinen, den Schulterblättern, den Händen, den Innenseiten der Oberschenkel und Fersen und mit dem Becken. Sobald Sie in jedem dieser Körperbereiche eine saubere Vorgehensweise entwickelt haben, sollten Sie versuchen diese Erfahrung in alles, was folgt, einfließen zu lassen.

Vorbereitung
Wir werden uns zunächst auf das Herz konzentrieren, um eine Verbindung zwischen ihm und den Armen herzustellen. Legen Sie sich hierzu auf den Rücken, die Knie sind gebeugt, die Füße stehen hüftbreit auseinander, die Fersen ruhen in einem angenehmen Abstand von den Gesäßbacken entfernt. Sie können die Knie entweder hüftbreit auseinander halten oder sie gegeneinander lehnen. Unterlegen Sie Kopf und Nacken mit einer gefalteten Decke. Die Fingerspitzen ruhen leicht auf dem Brustbein, die Ellenbogen berühren den Boden. Das Wort "sternum" (Brustbein) stammt von dem lateinischen Verb „sternere“ ab, was soviel bedeutet wie „streuen, ausbreiten“. Es handelt sich hierbei bildlich gesprochen um eine Art Fächer, der senkrecht zu den Schlüsselbeinen steht und sich ausgefächert bis hin zu den Schulterspitzen erstreckt. Auf ähnliche Weise lassen wir jetzt auch unsere Schulterblätter sich ausdehnen, also sich von der Wirbelsäule wegbewegen. Nutzen Sie dabei den Kontakt zum Boden. Messen Sie dann die Tiefe Ihres Brustkorbes. Wie weit sind die Fingerspitzen vom Boden entfernt? Einen Zentimeter? Dreißig Zentimeter? Sie wissen es nicht? Spüren Sie ruhig dem Raum im Brustkorb nach, jedoch ohne dabei die Finger zu bewegen. Atmen Sie dann für einige Minuten in die Herzgegend. Stellen Sie sich vor, dass sich das Herz mit jedem Mal Einatmen ausdehnt und Energie ausströmt, und sich beim Ausatmen wieder zusammenzieht und die Energie wieder absorbiert wird.

Als nächstes machen Sie folgendes Experiment. Lassen Sie Ihre Fingerspitzen auf dem Brustbein, aber fahren Sie mit den Ellbogen über den Boden nach oben in einer Linie zu den Schultern. Atmen Sie ein und stellen Sie sich vor, dass jemand an einem Faden zieht, der um Ihr rechtes Handgelenk gebunden ist und welcher die Hand vom Brustbein wegzieht und den Arm zur Seite hin ausstreckt. Die Einatmung und die Bewegung erfolgen langsam und enden damit, dass der Arm mit der Handfläche nach oben auf dem Boden zu liegen kommt.

Lassen Sie den Arm auf dem Boden liegen und atmen Sie einige Male ein und aus. Der unsichtbare Partner fährt nun fort an Ihrem Handgelenk zu ziehen; er zieht den Arm in die Länge wie einen langen, dünnen Stock - vielleicht drei-, viermal. Dann bringen Sie Ihre Fingerspitzen wieder zurück auf das Brustbein. Lösen Sie den unsichtbaren Faden. Atmen Sie wieder ein, und, während das Herz vom Atem anschwillt, stellen Sie sich vor, dass es den rechten Arm zur Seite drückt, seine Energie durch den Arm und durch die Fingerspitzen hindurchströmt, so wie die Lichtstrahlen von fünf Leuchtfeuern gleichzeitig, und dabei den Arm zur Seite ausstreckt. Der Arm liegt nun zur Seite am Boden, die Handfläche zeigt nach oben: mit jedem weiteren Einatmen schiebt sich der Arm ein Stück weiter von dem sich ausdehnenden Herzen weg. Mit jedem Ausatmen versuchen Sie die einmal gewonnene Länge zu bewahren, während das Herz wieder zurücksinkt. Machen Sie dies insgesamt dreimal und erspüren Sie dann den Unterschied im Arm. Gibt es einen Unterschied zur vorhergehenden Übung? Wiederholen Sie nun das Experiment mit dem linken Arm und schließlich mit beiden Armen zusammen.

Anfangsübung
Stehen Sie etwa in 15 Zentimeter Abstand mit dem Rücken zur Wand. Beugen Sie ein wenig die Knie, die Hände ruhen neben den Hüften an der Wand. Lehnen Sie sich nun mit dem Oberkörper und den Armen gegen die Wand, ohne dabei die Knie zu strecken. Die Handflächen sind flach gegen die Wand gehalten, die Arme verlängern sich in Richtung Boden. Pressen Sie Arme und Handfläche gegen die Wand und ziehen Sie die Schulterblätter nach innen, so dass sie in die hinteren Rippen drücken, ohne dabei den Kontakt zur Wand zu verlieren. Atmen Sie jetzt ein, pressen Sie die Fersen in den Boden, heben Sie das Herz etwas an und strecken Sie dabei langsam Ihre Knie. Während jetzt der Oberkörper die Wand hinaufgleitet, ziehen die Schulterblätter von der Tendenz her nach unten. Verharren Sie dann für eine Minute in dieser Haltung und spüren Sie in die Schulterblätter hinein.

Als nächstes drehen Sie Ihre rechte Körperseite zur Wand und stehen in einem Abstand von ca. 15 Zentimeter zur Wand entfernt. Bringen Sie die Innenkanten der Füße zusammen, spüren Sie in die Innenseiten der Oberschenkel und der Leisten hinein. Wenn sich die Oberschenkel etwas schwerfällig anfühlen, dann können Sie etwas unterhalb des Beckenbodens einen Yogablock dazwischen klemmen und die Oberschenkel dagegen pressen. Strecken Sie dann den rechten Arm parallel zu den Schultern nach oben aus und spreizen Sie die Handfläche und Finger gegen die Wand. Sie können Ihre Füße auch zehn Zentimeter weiter von der Wand entfernt platzieren als Ihre Hüften es sind: dies veranlasst Sie, leicht nach rechts zu kippen und unterstützt in der Hand den Druck gegen die Wand. Konzentrieren Sie sich dabei besonders auf die Handinnenseite, die Wurzel des Zeigefingers und den Daumen.

Atmen Sie aus und beugen Sie nun langsam den Ellenbogen zur Wand. Dabei neigen Sie sich noch weiter nach rechts, der Körper behält jedoch seine vertikale Ausrichtung bei. Halten Sie inne, wenn der Unterarm leicht die Wand berührt. Atmen Sie jetzt ein und strecken Sie langsam den Ellenbogen. Diese Streckung führen Sie vom Herzen aus, genauso, wie Sie es vorhin gelernt haben. Verbleiben Sie so für 15 bis 30 Sekunden. Spüren Sie, wie die Herzenergie durch den Arm zur Wand pulsiert. Wiederholen Sie das ganze ein paar Mal, ehe Sie dann das gleiche mit der anderen Körperseite machen.

Beginn
Für diese Übung nehmen sie einen Stuhl und, sofern nötig, eine Unterlage oder rutschfeste Matte für die Füße. Lehnen Sie den Stuhl gegen die Wand. Die Matte legen Sie vor den Stuhl und zwar der Länge nach zum Stuhl ausgerichtet. Beginnen Sie mit einer etwas abgewandelten nach unten gerichteten Hund-Haltung (adho mukha svanasana): drücken Sie die Handflächen gegen die Vorderkante des Stuhls und laufen Sie gleichzeitig vom Stuhl weg bis die Arme lang sind und die Fersen ca. dreißig Zentimeter weiter als das Becken stehen. Vergewissern Sie sich, dass der Kopf in einer neutralen Haltung ist, die Ohren sich also zwischen den Armen befinden.

Atmen Sie nun ein und machen Sie mit dem linken Fuß einen Schritt nach vorne. Auf halbem Weg zum Stuhl halten Sie jedoch inne und drehen den Fuß, während Sie ihn auf den Boden aufstellen, um 90° nach links. Sodann heben Sie den rechten Fuß vom Boden ab und drehen ihn ebenfalls um 90° nach links und setzen ihn mit der Aussenkante wieder auf dem Boden auf. Rechter Fuß und rechte Hand bilden nach wie vor eine Linie. Mit dem Ausatmen bringen Sie die linke Hand zur linken Hüfte und drehen die Vorderseite des Oberkörpers um 90° nach links und drücken dabei kraftvoll aus der Herzgegend zur rechten Hand. Überprüfen Sie Ihr Becken: wenn es nach unten sinkt, heben Sie die rechte Seite des Oberkörpers an und verstärken das rechte Bein, indem der Druck durch den Großzehenballen erhöht wird. Sie sollten sich jetzt in einer geraden Linie, angefangen vom Nasenwurzel, über Brustbein, Nabel und Innenseite des rechten Beines, bis zum Boden, befinden. Achten Sie außerdem darauf, dass das Becken nicht zurücksinkt  und sich das Gesäß nach hinten streckt. Legen Sie hierzu Ihre linke Hand gegen das Kreuzbein und schieben Sie das Becken wieder nach vorne.

Wenn Ihr rechter Arm oder rechtes Bein zu zittern anfängt oder der Atem heftiger geht, so mag dies für den Anfang Ihre Grenze sein. Versuchen Sie zunächst 10 bis 15 Sekunden in dieser Haltung zu bleiben. Bei jedem weiteren Üben verlängern Sie um ein paar Sekunden, bis Sie in der Lage sind, eine Minute in dieser Haltung zuzubringen.

Wenn Sie bereit sind weiterzugehen, dann bringen Sie als nächstes das linke Bein auf das rechte. Nehmen Sie die linke Hand neben die Schulter, Handfläche nach außen, und stellen Sie sich vor, dass Sie damit an der Zimmerdecke lehnen würden - oder vielmehr die Zimmerdecke auf ihnen. Konzentrieren Sie sich wieder auf das Herz und drücken Sie vom Herz her den Arm weg, strecken Sie ihn aus und befördern Sie die Zimmerdecke wieder dorthin zurück, wo sie hingehört. Die Handfläche ist jetzt nach vorne gerichtet. Achten Sie darauf, dass der Arm gerade aus dem Schultergelenk nach oben steht, sich also nicht nach hinten neigt und damit die Brust "aufreißen" würde.

Stellen Sie sich vor, dass das Nach-Oben-Ziehen des linken Arms die rechte Hand vom Stuhl anhebt, und, während die linke Hand zur Decke zieht, die rechte aus dem Herzen heraus entgegengesetzt gegen die Stuhlkante drückt. Pendeln Sie zwischen den beiden Armen hin und her und gebrauchen Sie Ihre Herzenergie (wie eingangs beschrieben), um im rechten Arm Stabilität herzustellen und im linken Leichtigkeit zu erzeugen. Wenn Sie die Haltung beenden, atmen Sie aus und bringen die linke Hand vorsichtig wieder zum Stuhl zurück, drehen die Füße in ihre ursprüngliche Haltung und kommen zurück in die Hund-Haltung. Atmen Sie ein paar Mal ein und aus und wiederholen Sie dann das  ganze mit der anderen Körperseite.

Weiterführend
Legen Sie Ihre Matte so, dass die kurze Seite an der Wand ist. Führen Sie wieder die Hund-Haltung aus, die Fersen sind gegen die Wand, die Fußballen am Boden.

Atmen Sie ein und verlagern Sie sich auf die Außenkante des rechten Fußes; die Innenkante der Fußsohle ist an der Wand. Atmen Sie jetzt aus und drehen Sie den Oberkörper nach links. Sie sind jetzt auf den rechten Arm gestützt. Legen Sie das linke Bein auf dem rechten ab und bringen Sie die linke Hand zur Hüfte. Überprüfen Sie, ob Sie noch in einer geraden Linie sind, das Becken also weder nach unten, noch nach hinten wegsinkt. Manchmal ist es schwierig, sich alleine richtig auszurichten. Vielleicht haben Sie ja einen ausreichend großen Spiegel zur Verfügung oder es hilft Ihnen Ihr Yogapartner dabei. Atmen Sie dann ein und strecken Sie den linken Arm so aus, wie Sie es in der vorherigen Übung getan haben. Verbleiben Sie zwischen 30 Sekunden und einer Minute in dieser Position. Drehen Sie sich dann wieder vorsichtig zurück in die „Hundehaltung“ und atmen Sie aus. Machen Sie das gleiche mit der linken Seite und kommen Sie wieder zurück in den „Hund“ und atmen wieder aus.
Zu guter Letzt machen wir die Übungen ohne Wand. Dieses Mal wird der obere Arm direkt vom Boden durch eine elegante Bewegung  nach oben in Position gebracht, anstatt ihn wie bisher, erst dann nach oben auszustrecken, wenn der untere Arm sich eingerichtet hat. Der physische Nutzen, eine Haltung von den inneren Organen her zu beginnen, ist, so Bainbridge Cohen, das praktisch ohne Anstrengung unser ganzes Spektrum an Bewegung und Stärke zunimmt und zusätzlich Verletzungen vorgebeugt wird. Und, so fährt sie fort: "es entsteht zudem ein Anwachsen des Bewusstseins: durch den gestärkten "Geist" eines Organs, sind wir in der Lage mit "universellen Symbolen und Mythen" zu kommunizieren, die wir als die Gesichter von Brahman bezeichnen könnten. Auf diese Weise werden wir letztendlich zu wahrer Erkenntnis gelangen und in die Gemeinschaft des Bewusstseins eintreten, wo sich unser individuelles Leben mit allem Leben vereinigt."

Mehr Infos
Richard Rosen ist Schüler von B.K.S. Iyengar. Er studierte und lehrt Yoga seit über 25 Jahren.

Das Heft kaufen, in dem der Artikel erschienen ist für 3,00 €

YOGA AKTUELL - LOGIN
eMail
Passwort
Eingeloggt bleiben
Konto eröffnen
Passwort vergessen?
Passendes Magazin
Yoga Aktuell 04 - 04/2000
Yoga Aktuell 04 - 04/2000
3,00 €
kaufen...
   
Mehr zum Thema...
 Asana Workshop - Tadasana (Berghaltung)  - Von Ernst Adams
 Asana Workshop - Urdhva Mukha Svanasana  - Von Rita Keller
 Asana Workshop - Tadasana  - Von Richard Rosen
 Asana Workshop - Ustrasana (Kamel)  - Von Ernst Adams
Tipp der Redaktion
 
yogiblock super size - violett - Yogaklotz
yogiblock super size - violett - Yogaklotz
11,50 €
kaufen...
 
Yogamatte basic  - ocean
Yogamatte basic - ocean
17,50 €
kaufen...
 
yogibelt - 260D - orange - Yoga Baumwollgurt
yogibelt - 260D - orange - Yoga Baumwollgurt
10,80 €
kaufen...
Der aktuelle Buch-Tipp
NEU! Das Standardwerk zur Anatomie des Hatha Yoga
von H. David Coulter


Das Standardwerk zur Anatomie des Hatha Yoga von H. David Coulter

HILFE
 Ich möchte Artikel lesen
 Ich möchte Anzeigen schalten
 Ich möchte für Yoga Aktuell schreiben
 Wie abonniere ich?
 Wie bestelle ich?
 Versandkosten
 Datenschutz
 Newsletter
   
Newsletter abonnieren Newsletter abonnieren Kleinanzeigen schalten Kleinanzeigen schalten Yoga Aktuell im Bundle guenstiger! Yoga Aktuell - Bundle Frühere Ausgaben bestellen Frühere Ausgaben Yoga Aktuell abonnieren Abonnement Yoga Zubehör kaufen Yogishop Machen Sie mit und gewinnen Sie! Gewinnspiele
HOME | IMPRESSUM | AGB | KONTAKT | LINKS | © 2000-2010, Yoga Verlag GmbH, Germany