Kali Ray hatte nicht viel mit Yoga zu tun, bevor sie Yogameisterin wurde. Sie war eine Meditationsmeisterin, praktizierte Meditation schon im Alter von sieben Jahren und war auf der Suche nach ihrem eigenen Ursprung. 1980, im Alter von 25 Jahren, fand sie ihn. Während einer Meditation, die sie für Freunde anleitete, visualisierte Kali Ray weißes Licht an der Basis der Wirbelsäule, das langsam aufstieg. Die Kundalini-Shakti war in ihr erwacht. Die Energie floß durch ihren ganzen Körper und sie begann spontan Yoga zu praktizieren.
Kali Ray führte über mehrere Stunden eine fließende Serie von Asanas aus, ihre Atmung verlief tief und rhythmisch, ihre Hände bildeten Mudras. Kali Ray hatte nie zuvor Hatha-Yoga praktiziert. Ihre Praxis war Meditation, Pranayama und das Studium metaphysischer Schriften. „Sie war immer eine Yogi, in ihrem Geist, auch bevor sie Yoga praktizierte“, sagt Eva-Maria Beck, die bei Kali Ray TriYoga gelernt hat und in Berlin TriYoga unterrichtet.
In den darauf folgenden Jahren tauchte Kaliji (eine Kurzform ihres vollständigen Namens, der ihr von Sri Ganapathi Sachchidananda Swamiji gegeben wurde: Kali Lakshmi Deviji) immer tiefer in die Erfahrung spontaner Bewegung von Prana ein, im Sanskrit auch bekannt als Kriyavati. Ihre Schüler drängten sie, diese fließenden und meditativen Bewegungen zu lehren. So entwickelte Kaliji aus den Bewegungen ein System und gab ihm den Namen „TriYoga“.
Tri bedeutet „Trinity“, Dreieinheit. Im Sanskrit bilden die drei Qualitäten der Seele, genannt „Sat Chit Ananda“, eine Dreieinheit: Wahrheit, Wissen und Glückseligkeit. Die Dreieinheit manifestiert auch sich in den drei Körpern: Physical Body, Subtle Body und Casual Body und in den drei Energien des Geistes: Sattva (Gleichgewicht), Rajas (Aktivität) und Tamas (Stabilität). Die ganze Schöpfung ist Dreieinheit.
Die Dreieinheit des TriYoga ist die Verbindung von Asanas, Pranayama und Mudras. TriYoga basiert auf Hatha-Yoga und ist ein systematisches, in sich geschlossenes System. Es beinhaltet sieben Stufen, von Basis bis Fortgeschritten. Jede Stufe enthält fünf aufeinanderfolgende Serien. Die Serien sind Sequenzen von fließenden Körperstellungen. Sie sind unterteilt in „Frühling“, „Sommer“, „Herbst“ und „Winter“.
Der Frühling enthält sanfte Serien, der Sommer bietet kräftigende und erhitzende Serien. Der Herbst vertiefende Dehnungen, der Winter Serien, um die innere Aufmerksamkeit zu vertiefen. Langsam, Schritt für Schritt, werden die Asanas erlernt und dann beständig wiederholt. Was in der Basis-Stufe erlernt ist, wird in unterschiedlicher Kombination wiederholt und Neues hinzugefügt. Sind die TriYoga Flows verinnerlicht, entfalten sich die wellenartigen Bewegungen mehr und mehr, sie werden eins mit der Lebensenergie.
Das Fliessen der Energie, die Erweckung von Prana, der Flow, ist die Basis des TriYoga. Wer TriYoga praktiziert merkt es ganz schnell: er kommt in den Fluss der eigenen, universellen Energie. Ein Asana gleitet sanft in das andere über, die fließenden Übergänge sind sehr wichtig. Die Entspannung erfolgt nicht zwischen den Asanas, sondern entsteht in Aktion. TriYoga ist inspiriert durch den inneren Fluß der Kundalini, der universellen Lebensenergie und basiert zugleich auf dem traditionellen Yoga.
„TriYoga ist die Verbindung von Tradition und Neuerung“, sagt Eva-Maria Beck. Alle Bewegungsabläufe des TriYoga sind fließend, sanft und meditativ. Es ist spürbar, dass die TriYoga Flows von einer Frau entwickelt wurden. Die TriYoga Flows sind wie ein meditativer Tanz. „Die Bewegungen sind sanft, anmutig und schön“, sagt Eva Maria. Kali Ray erweiterte seit 1980 das TriYoga-System durch immer neue „Flows“. Alle Flows entstanden spontan „in the flow“, inspiriert durch Devi, die göttliche Mutter. Die TriYoga Flows werden von meditativer Musik begleitet. Die Musik komponiert Kali Ray`s spritueller Lebenspartner Mercury Max Nada.
Kali Ray ist in Deutschland durch die Berlinerin Eva-Maria Beck bekannt geworden. Die Yogalehrerin lernte Kaliji 1999 in Malibu kennen. „Es war das Highlight meines Lebens“, sagt Eva- Maria über die Begegnung mit Kali Ray und TriYoga. „Es war so gut, dass ich dachte, das kann ich nicht für mich behalten“. Eva-Maria begann in Berlin, TriYoga zu unterrichten und reiste durch ganz Europa, um Kurse zu geben. Viele Yogalehrer kamen zu ihr und ließen sich vom TriYoga inspirieren.
Urvasi Leone, die an der „Akademie für Yoga“ in Berlin unterrichtet, ist neben Eva-Maria eine der wenigen TriYoga-Lehrerinnen in Berlin. „Ich habe mir immer gewünscht, das Kali Ray einmal nach Europa kommt“, sagt Eva-Maria Beck. Diesen Wunsch hat Kaliji ihr erfüllt. Eva-Maria hat die Termine organisiert und begleitet sie auf ihrer Reise durch Rußland, England, die Schweiz und Deutschland. „Kali Ray ist „in the flow“ mit dem Universum, immer, in allem was sie tut.“, sagt die Berliner Yogalehrerin. |