In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Als der Musiker Krishna Das eines Tages zufällig an der Hütte vorbeikam, vor der Neem Karoli Baba meditierte, muss dieser eine so starke, unmittelbare Liebe ausgestrahlt haben, dass der Musiker davon vollkommen überflutet wurde. Auch andere Schüler, wie z.B. Ram Dass, waren zutiefst berührt von der Begegnung mit dem indischen Guru. Allein für diese beiden Suchenden änderte sich das Leben durch das Zusammentreffen völlig. Beide haben auf berührende Weise in ihren Büchern über diese Erfahrungen berichtet (siehe Literaturempfehlungen).

Neem Karoli Baba ging als Yoga- und Siddhi-Meister, als Verehrer von Hanuman und verwirklichter Heiliger in die Geschichte ein. Seine Schüler bezeichneten ihn liebevoll als Babaji oder Maharaj-ji und behaupten, dass er bereits vollkommen selbstverwirklicht geboren wurde. Sie sahen in ihm einen Bodhisattva, der sich nur auf dieser Erde inkarniert, um anderen Menschen auf ihrem Weg zur Selbstverwirklichung zu helfen.

Wann und wo Neem Karoli Baba geboren wurde, ist nicht nachvollziehbar. Es heißt, dass er aus einer reichen Brahmanen-Familie stammte und bereits mit elf Jahren verheiratet wurde. Kurz darauf ließ er alles hinter sich und ging als Asket auf Wanderschaft, bevor er dann viele Jahre in der Nähe des Ganges in unterirdischen Höhlen lebte.

Neem Karoli Baba lehrte den Weg des Bhakti-Yoga, sah in allem das Göttliche und hielt seine Schüler an, alle Aspekte Gottes zu verehren – auch Jesus und Buddha. Seine persönliche Vorliebe galt aber Hanuman. Von den 108 Tempeln, die Babaji gründete, waren die meisten dem Affengott gewidmet. Er sah in der ganzen Welt seine Familie und predigte: „Love all, serve all, feed all.“ Bedingungslose Liebe und ein Gefühl der Verbundenheit waren für ihn die Schlüssel auf dem Weg zur Selbstverwirklichung. Überall organisierte er Zeremonien, bei denen Essen an die Armen verteilt wurde. Die Menschen, die ihm begegneten, fühlten sich von ihm vorbehaltlos angenommen und geliebt. Kurz bevor er am 11. September 1973 seinen Körper verließ, errichtete er noch zwei Ashrams in Kainchi und Vrindavan, wo er in Mahasamadhi eintrat.

Besonders eindrücklich beschreiben seine Schüler, dass der Asket nach seinem Leben in den Höhlen, in denen er gelebt hatte, weiterhin auf Wanderschaft war, wie aus dem Nichts auftauchte und wieder verschwand. Mal blieb er für Stunden bei seinen Anhängern, manchmal verweilte er sogar mehrere Tage. Unabhängig von seiner Verweildauer hinterließ er immer das Gefühl, tief im eigenen Herzen berührt worden zu sein.

Für seine Schüler und auch für Anhänger, die ihn persönlich nicht erlebt haben, ist Neem Karoli Baba auch nach seinem physischen Ableben immer noch präsent. Neben Ram Dass und Krishna Das verehren ihn auch Jai Uttal und Bhagavan Das. Und es heißt, dass Steve Jobs die Idee zur Gründung von Apple angeblich im Kainchi-Ashram erhalten hat. Neem Karoli Baba erschien Anhängern in Visionen, erteilte ihnen Belehrungen oder gab ihnen Ratschläge. Auch heute erzählen manche Menschen, dass er in ihrem Herzen sitzt, lachend und vor Liebe sprühend, so wie ihn auch seine Schüler gerne beschrieben haben.

Zum Weiterlesen
Ram Dass: Subtil ist der Pfad der Liebe, Geschichten über Neem Karoli Baba, Sadhana Verlag, Titel wird nachgedruckt (ca. März 2016), EUR 19,90, ISBN: 9783 922 610 045
Krishna Das: Mit den Augen der Liebe. Eine Autobiografie, Koha Verlag 2010, EUR 17,95, ISBN: 9783 867 281 355Anzeige