LOVE WITHIN BEYOND ist das neue Album von Regula Curti, Tina Turner, Dechen Shak-Dagsay und Sawani Shende-Sathaye. YOGA AKTUELL sprach mit Regula Curti über das in jeder Hinsicht beeindruckende Projekt der vier Frauen

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In dieser YOGA AKTUELL-Ausgabe erschienen:

Vier Frauen aus unterschiedlichen kulturellen Hintergründen – eine gemeinsame Antriebskraft: Für das Album „LOVE WITHIN BEYOND“ kamen Tina Turner, Regula Curti, Dechen Shak-Dagsay und Sawani Shende-Sathaye zusammen, um mit vertonten Gebeten und Gospels die bedingungslose Liebe zum Ausdruck zu bringen, die ihre Herzen (und generell die Herzen aller Menschen) verbindet. Sie lobpreisen die nährende Liebe der Göttlichen Mutter in Gesängen an deren verschiedene Erscheinungsformen, wie etwa Tara, Parvati und die Heilige Maria.

Mit Sawani Shende-Sathaye holte sich das Original-Trio der ersten BEYOND-Alben „BEYOND“ und „CHILDREN BEYOND“ eine weitere wunderbare Sängerin dazu – und bereicherte das neue Album zugleich um eine weitere Religion, denn mit der Tochter einer Musikerfamilie aus Pune ist nun auch eine Repräsentantin des Hinduismus dabei. So erklingen auf „LOVE WITHIN BEYOND“ buddhistische, christliche und hinduistische Gesänge. Die Message: Geduld, Toleranz, Vergebung, Verständnis und bedingungslose Liebe sind Qualitäten, die alle Menschen teilen, egal welche Herkunft, welches Geschlecht oder welches Glaubensbekenntnis sie haben. Die Schweizerin Regula Curti, die wieder mehrere Gesänge beigesteuert, beantwortete YOGA AKTUELL einige Fragen zu „LOVE WITHIN BEYOND“.

YOGA AKTUELL: BEYOND ist für viele eine große Inspiration. Wie würden Sie die Essenz des neuen Projekts „LOVE WITHIN BEYOND“ beschreiben?

Regula Curti: Das neue Album ist der uns allen innewohnenden mütterlichen Liebe gewidmet. Es ist eine Zeit gekommen, Spiritualität und Ethik neu zu erfahren, auf eine Weise, die über die Religion und die Glaubenssysteme hinausführt. Werte wie Liebe, Mitgefühl, Toleranz, Geduld und Vergebung sind menschliche Grundwerte. Musik ist die universale Sprache, um Menschen zusammenzuführen und zu vereinen. Mit unserer Musik geht es uns vor allem darum, die Menschen einzuladen und zu ermutigen, positive Herzqualitäten zu entwickeln, die in unserem innersten Kern als Liebe und Mitgefühl angelegt sind.

Die Gebete und Invokationen stellen eine persönliche Auswahl dar. Tina Turner zum Beispiel hat diesmal Gospels aus der baptistischen Tradition ausgewählt, weil sie als Kind damit aufwuchs. Welche Gesänge haben Sie sich ausgesucht, und was bedeuten sie Ihnen?

Als Yogalehrerin habe ich über Jahre buddhistische und hinduistische Mantras für meine Schüler gesungen. In einer Abendstunde sang ich spontan ein Ave Maria, was große Ergriffenheit auslöste. Ich wurde mir bewusst, dass die reli­giöse Zugehörigkeit in uns tief verwurzelt ist. Das Forschen nach alten christlichen Gesängen in den Klöstern ermöglichte mir einen neuen Zugang zu unserem kostbaren Erbe, welches ich durch LOVE WITHIN authentisch dem Publikum wieder näherzubringen versuche.

Die christlichen Gebete sind mir auf meinen Pilgerreisen begegnet oder bei Aufenthalten in Klöstern zugefallen. Das Amen im Lied ONENESS sangen die Mönche in der Kathedrale von Vézelay. In WISDOM singe ich die alte Antiphon „O Sapientia“ (Oh, Weisheit), die mir die Äbtissin des Klosters Müstair mit auf den Weg gab. In der Verbindung mit der Lobpreisung an Sarasvati, die indische Weisheitsgöttin, und an die buddhistische Tara öffnet sich kraftvoll eine Türe zur unserer inneren Weisheit. Mein lieber Lehrer der Dankbarkeit, Bruder David Steindl-Rast, hat mir bei einem Besuch das Regina Coeli vorgesungen, welches in der Kombination mit Tinas „Sometimes I feel like a motherless child“ in DIVINE MOTHER erklingt. Tina singt das Spiritual von dem einsamen Kind, welches sich den Himmel zu seiner Heimat macht. Regina Coeli, die Himmelsgöttin, nimmt dieses Kind symbolisch für alle Kinder in die Arme. Im Zusammenklang mit Gebeten aus anderen Traditionen möchte ich meine wiedergefundene Liebe zu den christlichen Gebeten mit vielen Menschen teilen.  

In unserer Welt scheint die Liebe oft so vergessen zu sein. Permanent geschehen überall schreckliche Dinge. Wie gelingt es, den Glauben an diese heilsame Kraft trotzdem nicht aufzugeben?

Diese Frage möchte ich durch Aussagen von Tina Turner beantworten. Ihre spirituelle Botschaft in LOVE WITHIN lautet: „Die Anlage zu Liebe und Mitgefühl ist in unserer biologischen Identität verankert und will auf unserem Lebensweg geweckt und entwickelt werden. Der Glaube daran, diese Liebe gelebt zu haben, ist in mir tief verwurzelt und hat mich nie verlassen. Ich gehe hinaus über meine Geschichte, weit hinaus über meine Lebenserfahrung, meine Verletzungen und meine Leiden, ich gehe hinaus, weit darüber hinaus …“

Damit ermutigt sie uns, nach innen zu gehen und an uns zu arbeiten. Tina sagt: „Wenn wir uns Licht wünschen, müssen wir eine Kerze anzünden. Es ist Arbeit. Es ist ein Lernen. Wir müssen über das hinauswachsen, was uns angetan wurde. Haben wir das einmal überwunden, gibt es mehr Frieden auf Erden. Möge diese Musik Eure Herzen öffnen. Das ist mein tiefster Wunsch.“

Auf LOVE WITHIN BEYOND wird besonders der weibliche Aspekt der alles umfassenden Liebe angerufen. Was charakterisiert diese Dimension der Liebe?

Die bedingungslose Liebe wird uns so kraftvoll über die Symbole der göttlichen Mutter offenbart, die wir in allen Glaubenssystemen, religiös oder nicht-religiös verankert, wiederfinden. Bei der Mutter finden wir Liebe und Mitgefühl in reinster Form. Sie ist die Inspiration und Verkörperung. Doch sie ist in uns allen – ob Mann oder Frau. Unser neues Zeitalter braucht Menschen, die aus dem Herzen agieren. Dechen Shak-Dagsay singt im Song COMPASSION das Avalokiteshvara-Mantra. Damit bittet sie darum, dass alle fühlenden Wesen von Leid befreit und mit Glück gesegnet werden. Das Credo ist liebende und mitfühlende Verantwortung, die wir für Menschen, Tiere, Pflanzen und für die Erde übernehmen. Damit möchten wir viele Menschen berühren und ihnen helfen, in die Kraft zu kommen.

Die Frauen des BEYOND-Projekts strahlen große Harmonie miteinander aus und ergänzen sich auf eine wunderbare Weise. Damit verkörpern Sie und die anderen drei Mitwirkenden geradezu die Aussage der Alben, dass wir in all unserer Verschiedenheit doch dieselben Grundwerte im Herzen tragen, und alle Teil derselben göttlichen Kraft sind. Welche Feedbacks erhalten Sie?

Durch das Mitwirken von Sawani Shende-Sathaye kommt die weibliche Repräsentantin des indischen Kontinents dazu. Wir erleben durch sie eine große Verstärkung. Der Zusammenklang von nun vier Frauen intensiviert unsere Musik und unsere Botschaft. Zu asiatischen, afro-amerikanischen und westlichen Stimmen und Klängen kommt die bunte Farbpalette der indischen Musikinstrumente dazu. Mit Hilfe von fantastischen Musikern aus Mumbai ist es uns gelungen, die BEYOND-Musik in eine neue Dimension zu führen. Das größte Kompliment ist der Glaube an unsere Musik und die Bereitschaft unseres Labels Deutsche Grammophon/Panorama, das Album LOVE WITHIN weltweit zu vertreiben.

In Ihrem Yoga- und Therapiezentrum bieten Sie u.a. Musiktherapie an. Glauben Sie an die heilende Energie des Klangs und an eine besondere Schwingung von Gebeten?

Ich blicke auf 15-jährige musiktherapeutische Erfahrung zurück. Meine Arbeit umspannt ein weites Spektrum mit schwerstverunfallten Patienten, Kindern mit einer lebenslangen Behinderung bis zu psychosomatisch erkrankten Menschen. Musik hat in allen Prozessen geholfen, die selbstheilenden Kräfte zu stärken, Mut zu machen, Trost zu bringen und neue Ressourcen zu erschließen. Viel Resonanz haben wir mit unserer ersten CD BEYOND aus den Bereichen Onkologie, Sterbebegleitung und Stressabbau bekommen. Die CD CHILDREN BEYOND wurde mit hyperaktiven Kindern getestet. Das Gebet hat durch die Schwingung der heiligen Worte, die über die Jahrtausende rezitiert und gesungen wurden, eine heilende und transformierende Kraft.

Herzlichen Dank für das Interview!

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