Vom Hippie zum Yogi
Von Marianne SchererPeter van Breukelen ist Kriya-Yoga-Acharya in der Tradition von Lahiri Mahasaya und seinen Nachfolgern. In YOGA AKTUELL spricht er über Samadhi, Householder-Yogis und das Vermächtnis der Kriya-Meister
Peter van Breukelen ist ein westlicher Kriya-Acharya, der durch seinen Meister Paramahamsa Hariharananda eingeweiht wurde. Sein Meister war einer der großen Yogis unserer Zeit, der Nirvikalpa-Samadhi verwirklicht hatte, in der Tradition der legendären Kriya-Yoga-Meister Babaji, Lahiri Mahasaya, Sri Yukteswar und Paramahamsa Yogananda. Wie Peter van Breukelen in den Hippie-Zeiten Anfang der 70er Jahre, als sich viele Westler nach Indien aufmachten, um dort ihr Glück zu suchen, seinen spirituellen Meister Hariharananda im Karar-Ashram von Sri Yukteswarji im heiligen Pilgerort Puri kennenlernte, und wie diese Begegnung sein ganzes Leben veränderte, erzählt er in diesem Interview. Im Karar-Ashram saß einst Yogananda zu Füßen seines Meisters Srik Yukteswar, bevor er in den Westen aufbrach, um den Kriya-Yoga zu lehren. Die Self Realization Fellowship in Los Angeles verwaltet heute das Erbe Yoganandas, der den Kriya-Yoga den Bedürfnissen der damaligen Zeit und dem Bewusstseinsstand der Menschen anpasste. Heute wird im Westen durch neue Lehrer der authentische Kriya-Yoga gelehrt, so auch von Peter van Breukelen.
YOGA AKTUELL: Wie sind Sie zum Kriya-Yoga gekommen?
Peter van Breukelen: Nicht ich bin zum Kriya- Yoga gekommen, sondern Kriya-Yoga ist zu mir gekommen. 1970 war ich zum ersten Mal in Indien, 1974 zum zweiten Mal, dann ein ganzes Jahr lang. Während dieser Reise habe ich Paramahamsa Hariharananda kennengelernt, meinen späteren spirituellen Meister.
Damals haben sich viele Westler, die auf der Suche nach neuen Werten waren, nach Indien aufgemacht …
Ja, ich hatte mich diesem Strom angeschlossen. Ich war an indischer Spiritualität interessiert, hatte schon viel Hatha-Yoga bei einem Yogalehrer in Holland geübt. Während meiner Reise im Jahre 1974 habe ich viele Heilige und Sadhus getroffen und zahlreiche Ashrams besucht. Eines Tages landete ich in Puri, in dem von Sri Yukteshwarji gegründeten Karar-Ashram, in dem mein zukünftiger Meister Paramahamsa Hariharananda viele Jahre lebte, und den er unter anderem auch leitete.
Sind Sie rein zufällig nach Puri gekommen?
Nein, ich war in Kalkutta, wo ich auf Geld aus Holland wartete, das aber nicht kam. Da mir Kalkutta zu hektisch war, beschloss ich, an einem schönen Strand auf mein Geld zu warten. Und so bin ich schließlich nach Puri gekommen.
Kannten Sie damals schon Paramahamsa Yoganandas Buch „Autobiographie eines Yogi“?
Nein, das kam erst später. Aber ich hatte in Puri Yoganandas Büchlein „Worte des Meisters“ erstanden. Das habe ich gelesen und so erstmals von Kriya-Yoga gehört. Am Strand von Puri waren damals viele Rucksacktouristen. Sie trafen sich alle am berühmten Jaganath-Tempel, und so ging auch ich hin. Dort lernte ich einen Amerikaner kennen, der mich zum Essen einlud. Er erzählte mir von einem Ashram in der Nähe, den ich unbedingt aufsuchen solle, da dort ein wunderbarer Guru sei. Ich suchte den Ashram auf, traf dort Hariharanandaji, dem ich erzählte, dass ich wegen Geldmangels am Strand lebte. Er lud mich ein, im Ashram zu bleiben, so lange ich wolle, dort zu schlafen und zu essen. Ich willigte natürlich ein.
Haben Sie sich dann in Kriya-Yoga einweihen lassen?
Ja, ich ließ mich in den ersten Kriya einweihen. Ich hatte wirklich Glück! Damals wusste ich nicht so genau, was Meditation eigentlich ist, und konnte gar nicht ermessen, was eine solche Einweihung generell und in diesem speziellen Fall für mich bedeutete.
Sind Sie denn nicht genau deshalb nach Indien gereist, um einen Meister zu finden?
Eigentlich nicht. Ich war zwar auf der Suche nach etwas, aber ich wusste nicht genau, wonach. Jedenfalls war ich damals nicht speziell auf der Suche nach einem spirituellen Meister. Während meiner „Lehr- und Wanderjahre“ bin ich auch sehr viel in Europa herumgereist, bis es mich schließlich nach Indien zog.
Wie alt war Paramahamsa Hariharananda damals?
Er war 67 Jahre alt. Kurz nach meiner Einweihung ist er zum ersten Mal in den Westen gereist, das war 1974. Zuerst war er in der Schweiz, dann in Deutschland, Holland, Belgien, England und weiteren europäischen Ländern.
Was haben Sie bei Ihrer Einweihung erlebt?
Ich habe bei meiner Einweihung in den ersten Kriya tiefe Erfahrungen gemacht: So sah ich z.B. wunderschönes Licht und hörte wunderbare Töne. Davon war ich natürlich sehr beeindruckt. Ich kehrte dann wieder nach Holland zurück und übte für mich alleine weiter. Damals gab es in Holland noch keine Kriya-Yogis, jedenfalls kannte ich keine. 1976 reiste ich wieder nach Indien und blieb bis Anfang 1977. In diesem Jahr kam Hariharanandaji wieder nach Europa. Ich bin viel mit ihm herumgereist, und eines Tages bat er mich, ein Kriya-Programm in Baarn (Holland) für ihn zu arrangieren. Natürlich tat ich das gerne, aber ich hatte nur zehn Tage Zeit, das Ganze vorzubereiten und wusste gar nicht, wie ich das schaffen sollte. In Amsterdam gab es damals das Yoga-Vedanta-Zentrum, das die Lehren Ramakrishnas verbreitete. Dort haben wir das erste Kriya-Programm abgehalten.
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