Klimawandel und Politik
Von Helmut BöttigerSeite 2 von 4
Unhaltbare Behauptungen
Die Niederländisch Königliche Akademie der Wissenschaften (KNAW) beschloss am 5.2.2010, Klarheit in die Klimadebatte zu bringen und „den IPCC Bericht einer kritischen Analyse zu unterziehen.“ Zu dem Eklat war es gekommen, weil im IPCC Bericht stand, die Niederlande lägen zur Hälfte statt zu knapp 15% unter dem Meeresspiegel und drohten überschwemmt zu werden. Das Britische Parlament hatte schon am 22.1.2010 eine Untersuchungskommission gefordert und die Regierung Indiens ersetzt den IPCC durch eine eigene unabhängige Klimaforschung. Auslöser hierfür war die IPCC-Behauptung, die Gletscher des Himalayas würden binnen 35 Jahren abschmelzen. Grundlage für die Behauptung waren eine Schülerarbeit und die von 350 auf 35 Jahre verkürzte vage Vermutung eines russischen Forschers. Als ähnlich unbegründet erwies sich die Behauptung, die Klimaerwärmung könnte bis 2020 die Erträge der Landwirtschaft in Afrika halbieren. Auch die von den Gremien aufgebauschte „hockey stick“-Grafik, nach der es heute wärmer als in den letzten 1300 Jahren sein soll, erwies sich später als betrügerischer Statistik-Trick. Sie war im Hinblick auf die mittelalterliche Wärmeperiode, als es rund 1°C wärmer war als heute und die Wickinger auf Grönland „Grünland“-Ackerbau betrieben, heftig, aber zunächst erfolglos kritisiert worden. Auch die Polkappen schmelzen nicht wie behauptet ab. Das “National US Snow and Ice Data Center” der USA in Colorado, das dies bisher massenwirksam behauptet hatte, vollzog am 10.1.2010 eine Kehrtwende und bestätigte, dass das Eis in den nördliche Polarregionen in den letzten beiden Jahren extrem – nämlich um 26% – zugenommen hat, und kündigte sogar einen „globalen Trend in Richtung Abkühlung für voraussichtlich die nächsten 20 oder 30 Jahre“ an.
Natürliche Schwankungen
Dramatischere Klimaschwankungen (Warm- und Eiszeiten) hatte es längst vor der industriellen Produktion von CO2 gegeben. Vor 8000 Jahren, als die Sahara noch fruchtbare Savanne war, lag das Erdklima – wie aus sogenannten Proxydaten erschlossen wurde – um rund 2°C über der heutigen Temperatur. Der Untergang des römischen Reiches in der Völkerwanderung ging auf eine Kältephase zurück. Das warme Klimaoptimum im Mittelalter führte zur Hochkultur der Kathedralenbauer. Um 1500 setzte allmählich wieder eine Abkühlung ein, die zum Maunder-Minimum, der kleinen Eiszeit und weiteren Minima geführt hat. Die Menschen litten damals so erheblich unter Kälte, Missernten, Seuchen und dergleichen, dass sie der eigenen Sündhaftigkeit, vor allem aber sogenannten Hexen die Schuld an dem Klimadesaster gaben und dadurch ein noch größeres menschliches anrichteten.
Seit der Abkühlung hat sich das Klima im letzten Jahrhundert mit Unterbrechungen etwa bis 1998 erwärmt. Seitdem scheint die Entwicklung wieder umzuschlagen. Die Schwankungen folgen recht genau den verschiedenen, einander überlagernden Sonnenzyklen von jeweils rund 11/22, 70 und über 1000 Jahren. Man erkennt die Zyklen u.a. an der Zahl der Sonnenflecken. Ihre Schwankungen ergeben sich aus der Gravitationsarbeit der Planeten an der Sonnenumlaufbahn um den Schwerpunkt des Sonnensystems und an der plastischen Sonnenmasse, deren Folge stärkere oder schwächere Massenauswürfe sind, der so genannte Sonnenwind. Dieser beeinflusst Ionosphäre und Magnetfeld der Erde und moduliert so über die Höhenstrahlung die Wolkenbildung auf der Erde. Satellitenmessungen haben gezeigt, dass die Wolkendecke zwischen 1986 und 2002 um 5% abgenommen hat und entsprechend die Albedo, d.h. die Energieabstrahlung von der Erde, um 3% (6-10 W/pro m²) gesunken ist. Die Klimaschwankungen folgen recht genau den Veränderungen der Sonne, aber kaum denen des CO2-Gehalts. Schon der berühmte Astronom Wilhelm Herschel hatte 1801 auf den Zusammenhang zwischen der Anzahl der Sonnenflecken und dem Getreidepreis aufgrund wetterbedingter Wachstumsschwankungen hingewiesen.
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Rubrik:
Wendepunkt 2012



