Atem - Strom des Lebens
Von Julia JohannsenSeite 1 von 3
Der Atem ist Lebensenergie und verbindet Körper und Seele. Jeder Atem hat einen individuellen Grundrhythmus. In der Stimme spiegeln sich der Atemrhythmus und der gesamte Mensch
Wer das Leben in vollen Atemzügen genießt, atmet auch in vollen Zügen. Einatmen bedeutet empfangen, sich öffnen, die Lebensenergie eintreten lassen. Ausatmen bedeutet loslassen, abgeben, sich von der Erde tragen lassen. „Der Atem ist wie eine Welle, die durch den Körper von unten nach oben aufsteigt.", sagt der Yogalehrer Ananda Leone.
Das Wort „Atem" kommt von dem Sanskritwort „Atma" und bedeutet „Die höchste Seele". Der Atem ist viel mehr als nur eine körperliche Funktion, die uns am Leben erhält. Er ist wie das Verbindungskabel zwischen Körper, Seele und Geist, zwischen Individuum und Universum. Jeder Atem hat einen individuellen Grundrhythmus, der mit dem Rhythmus des Universums verbunden ist. Äußere Faktoren wie die Umgebung, in der wir leben, das Klima oder die polaren Einflüsse von Sonne und Mond prägen und beeinflussen den Atem.
Der Atem ist in ständiger Bewegung und ein Barometer dafür, wie das Äußere auf unser Inneres wirkt. Er spiegelt unmittelbar das innere Befinden. Fließt der Atem ruhig und stetig, so sind auch die Gedanken ruhig und stetig. Ist der Atem unruhig, so sind es auch die Gedanken. „Wir atmen so, wie wir sind", sagt die Atemtherapeutin Jadranka Kardum. Wer ängstlich ist, atmet kurz und schnell und zieht dabei die Schultern hoch. Bei Depressionen wird der Atem flach und schwer. Wer sich heiter und leicht fühlt, atmet eher nach oben.
Unsere Gesundheit und Lebenskraft sind ganz wesentlich mitbestimmt von der Qualität des Atems. Ein gesunder Atem ist ein tiefer und strömender Atem, der ruhig fließt. Er hat eine viel feinere Qualität als der grobstoffliche alltägliche Atem. Ein tiefer Atem stärkt nicht nur die Lebensenergie, er kann auch das menschliche Selbst verändern und transformieren. „Der Tiefatem ist wie ein Heimkehren zur Quelle", sagt Jadranka Kardum. Die Atemtherapeutin und Yogalehrerin unterrichtete 16 Jahre lang Yoga, doch um zu ihrer Quelle zu finden, musste sie den Yogaweg eine Weile verlassen. Die Praxis des Yoga brachte ihr zunehmend Schmerzen im ganzen Körper. „Wenn der Yoga zu eng wird, kann das große Verspannungen im Körper auslösen", weiß sie aus eigener Erfahrung. Heilung fand die Yogalehrerin in der Atemarbeit nach Cornelis Veening.
In der Atemlehre nach Veening wird die Wahrnehmung für den Inneren Atem entwickelt, indem man der Spur der fließenden Bewegungen des Atems durch die Organräume folgt. Cornelis Veening, der ursprünglich Gesang studiert hatte, entwickelte die Lehre des „Inneren Atems" bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die taoistische Gewebetafel des inneren Atemkreislaufs inspirierte seine Arbeit, ebenso die östliche Körperlehre und Tiefenpsychologie. Für ihn war der Atem immer eine lebendige und schöpferische Erfahrung im Hier und Jetzt. Seine Ausarbeitung der Lehre des „Inneren Atems" hat er nie schriftlich publiziert, da es ihm um den Augenblick des Empfindens ging. Eine seiner Anhängerinnen war auch Ilse Middendorf.
»Am Anfang war ich extrem skeptisch«, sagt Jadranka Kardum. »Ich dachte, ob das was bringt, wenn man sich nur hinlegt und nichts tut.« Sie probierte es, legte sich auf die Liege und ließ sich behandeln. Nach einem halben Jahr waren ihre Schmerzen weg. Überzeugt von der Atemlehre absolvierte sie eine Ausbildung zur Atemtherapeutin und gründete das „Atem Zentrum Berlin". Nachdem sie über zehn Jahre lang keinen Yoga mehr praktiziert hatte, begann sie vor drei Jahren wieder, Yoga zu unterrichten. „Es entsteht jetzt eine Art Vermählung zwischen Yoga und Atem", sagt sie.
Die Atmung ist im Yoga eine Verbindung zwischen Asana und Meditation, zwischen Körper und Seele. Die natürliche und tiefe Atmung ist eine Zwerchfellatmung. Das Zwerchfell ist der größte Körpermuskel und durch die Zwerchfellatmung werden die Organe des Körpers massiert und wie Schwämme gedrückt. Vor allem die Bauchorgane profitieren von der Bewegung des Zwerchfells. Je entspannter das Zwerchfell, desto besser kann es arbeiten. Die Entspannung des Zwerchfells geschieht vor allem über den Ausatem. „Es gibt drei Dimensionen des Atems", erklärt Ananda Leone. Der Atem beginnt immer unten, im Zwerchfell. Von dort wandert er in die Mitte – in den Brustkorb, dann nach oben – zu den Schlüsselbeinen.
Sowohl der Einatem als auch der Ausatem bewegen sich von unten über die Mitte nach oben, vom Zwerchfell über den Brustkorb zu den Schlüsselbeinen. Ein vermehrtes und bewusstes Einatmen ist ein Stressphänomen, das viele Menschen kennen. Es äußert sich zum Beispiel in dem Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen und bewusst immer mehr Luft zu ziehen. Physiologisch ist es jedoch nicht notwendig, verstärkt einzuatmen und sich auf die Einatmung zu konzentrieren. „Die Konzentration muss immer auf dem Ausatmen liegen. Die Luftergänzung kommt in Teilsekunden von alleine und fühlt sich an wie nichts", sagt die Stimmlehrerin Annette Goeres. Die Lunge ist so gebaut, dass sie in Teilsekunden immer genau die Luft ergänzt, die wir brauchen. Wenn der Atem geräuschlos fließt, kann die Luft von alleine kommen. Automatisch setzt dann die physiologische Atemstütze des Zwerchfells ein und trägt den Atem. „Ein Kind braucht um zu überleben eine tragende und kraftvolle Stimme", sagt Goeres. „Es ist ein Anliegen der Natur, dass das Kind sofort in diese Stimme kommt." Die natürliche Atemstütze im Zwerchfell setzt automatisch ein, sobald das Kind den Impuls setzt zu schreien. Dadurch wird der Kehlkopf frei und die Stimme kann frei fließen. „Wir sind in dem Element Luft. Die Luft kommt von alleine", sagt Goeres.
Der Hauptimpuls der Atmung ist die Ausatmung. Wenn die Ausatmung nicht vollständig ist, kann das Zwerchfell nicht entspannen, was sich unmittelbar auf die Stimme auswirkt. Ebenso bleibt zu viel CO2 im Blut, was das Blut zähflüssig und dick macht. Es kann zu einer Übersäuerung kommen. Die Folgen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und viele andere Arten von Symptomen. Untersuchungen an der „Akademie für Yoga" in Berlin ergaben, dass allein durch die Verbesserung des Atmens das Atemvolumen um 20 bis 24% steigt. Die gefühlte Steigerung der Lebensenergie liegt noch viel höher.
Das Wort „Atem" kommt von dem Sanskritwort „Atma" und bedeutet „Die höchste Seele". Der Atem ist viel mehr als nur eine körperliche Funktion, die uns am Leben erhält. Er ist wie das Verbindungskabel zwischen Körper, Seele und Geist, zwischen Individuum und Universum. Jeder Atem hat einen individuellen Grundrhythmus, der mit dem Rhythmus des Universums verbunden ist. Äußere Faktoren wie die Umgebung, in der wir leben, das Klima oder die polaren Einflüsse von Sonne und Mond prägen und beeinflussen den Atem.
Der Atem ist in ständiger Bewegung und ein Barometer dafür, wie das Äußere auf unser Inneres wirkt. Er spiegelt unmittelbar das innere Befinden. Fließt der Atem ruhig und stetig, so sind auch die Gedanken ruhig und stetig. Ist der Atem unruhig, so sind es auch die Gedanken. „Wir atmen so, wie wir sind", sagt die Atemtherapeutin Jadranka Kardum. Wer ängstlich ist, atmet kurz und schnell und zieht dabei die Schultern hoch. Bei Depressionen wird der Atem flach und schwer. Wer sich heiter und leicht fühlt, atmet eher nach oben.
Unsere Gesundheit und Lebenskraft sind ganz wesentlich mitbestimmt von der Qualität des Atems. Ein gesunder Atem ist ein tiefer und strömender Atem, der ruhig fließt. Er hat eine viel feinere Qualität als der grobstoffliche alltägliche Atem. Ein tiefer Atem stärkt nicht nur die Lebensenergie, er kann auch das menschliche Selbst verändern und transformieren. „Der Tiefatem ist wie ein Heimkehren zur Quelle", sagt Jadranka Kardum. Die Atemtherapeutin und Yogalehrerin unterrichtete 16 Jahre lang Yoga, doch um zu ihrer Quelle zu finden, musste sie den Yogaweg eine Weile verlassen. Die Praxis des Yoga brachte ihr zunehmend Schmerzen im ganzen Körper. „Wenn der Yoga zu eng wird, kann das große Verspannungen im Körper auslösen", weiß sie aus eigener Erfahrung. Heilung fand die Yogalehrerin in der Atemarbeit nach Cornelis Veening.
In der Atemlehre nach Veening wird die Wahrnehmung für den Inneren Atem entwickelt, indem man der Spur der fließenden Bewegungen des Atems durch die Organräume folgt. Cornelis Veening, der ursprünglich Gesang studiert hatte, entwickelte die Lehre des „Inneren Atems" bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die taoistische Gewebetafel des inneren Atemkreislaufs inspirierte seine Arbeit, ebenso die östliche Körperlehre und Tiefenpsychologie. Für ihn war der Atem immer eine lebendige und schöpferische Erfahrung im Hier und Jetzt. Seine Ausarbeitung der Lehre des „Inneren Atems" hat er nie schriftlich publiziert, da es ihm um den Augenblick des Empfindens ging. Eine seiner Anhängerinnen war auch Ilse Middendorf.
»Am Anfang war ich extrem skeptisch«, sagt Jadranka Kardum. »Ich dachte, ob das was bringt, wenn man sich nur hinlegt und nichts tut.« Sie probierte es, legte sich auf die Liege und ließ sich behandeln. Nach einem halben Jahr waren ihre Schmerzen weg. Überzeugt von der Atemlehre absolvierte sie eine Ausbildung zur Atemtherapeutin und gründete das „Atem Zentrum Berlin". Nachdem sie über zehn Jahre lang keinen Yoga mehr praktiziert hatte, begann sie vor drei Jahren wieder, Yoga zu unterrichten. „Es entsteht jetzt eine Art Vermählung zwischen Yoga und Atem", sagt sie.
Die Atmung ist im Yoga eine Verbindung zwischen Asana und Meditation, zwischen Körper und Seele. Die natürliche und tiefe Atmung ist eine Zwerchfellatmung. Das Zwerchfell ist der größte Körpermuskel und durch die Zwerchfellatmung werden die Organe des Körpers massiert und wie Schwämme gedrückt. Vor allem die Bauchorgane profitieren von der Bewegung des Zwerchfells. Je entspannter das Zwerchfell, desto besser kann es arbeiten. Die Entspannung des Zwerchfells geschieht vor allem über den Ausatem. „Es gibt drei Dimensionen des Atems", erklärt Ananda Leone. Der Atem beginnt immer unten, im Zwerchfell. Von dort wandert er in die Mitte – in den Brustkorb, dann nach oben – zu den Schlüsselbeinen.
Sowohl der Einatem als auch der Ausatem bewegen sich von unten über die Mitte nach oben, vom Zwerchfell über den Brustkorb zu den Schlüsselbeinen. Ein vermehrtes und bewusstes Einatmen ist ein Stressphänomen, das viele Menschen kennen. Es äußert sich zum Beispiel in dem Gefühl, nicht genügend Luft zu bekommen und bewusst immer mehr Luft zu ziehen. Physiologisch ist es jedoch nicht notwendig, verstärkt einzuatmen und sich auf die Einatmung zu konzentrieren. „Die Konzentration muss immer auf dem Ausatmen liegen. Die Luftergänzung kommt in Teilsekunden von alleine und fühlt sich an wie nichts", sagt die Stimmlehrerin Annette Goeres. Die Lunge ist so gebaut, dass sie in Teilsekunden immer genau die Luft ergänzt, die wir brauchen. Wenn der Atem geräuschlos fließt, kann die Luft von alleine kommen. Automatisch setzt dann die physiologische Atemstütze des Zwerchfells ein und trägt den Atem. „Ein Kind braucht um zu überleben eine tragende und kraftvolle Stimme", sagt Goeres. „Es ist ein Anliegen der Natur, dass das Kind sofort in diese Stimme kommt." Die natürliche Atemstütze im Zwerchfell setzt automatisch ein, sobald das Kind den Impuls setzt zu schreien. Dadurch wird der Kehlkopf frei und die Stimme kann frei fließen. „Wir sind in dem Element Luft. Die Luft kommt von alleine", sagt Goeres.
Der Hauptimpuls der Atmung ist die Ausatmung. Wenn die Ausatmung nicht vollständig ist, kann das Zwerchfell nicht entspannen, was sich unmittelbar auf die Stimme auswirkt. Ebenso bleibt zu viel CO2 im Blut, was das Blut zähflüssig und dick macht. Es kann zu einer Übersäuerung kommen. Die Folgen sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und viele andere Arten von Symptomen. Untersuchungen an der „Akademie für Yoga" in Berlin ergaben, dass allein durch die Verbesserung des Atmens das Atemvolumen um 20 bis 24% steigt. Die gefühlte Steigerung der Lebensenergie liegt noch viel höher.
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