Was u.a. schon in der Bhagavad-Gita ausführlich beschrieben steht, ist auch heute für immer mehr Menschen als Thema interessant: die Wiedergeburt. Ist sie Phantasie oder Wahrheit? Das kann jeder nur für sich selbst herausfinden und spätestens dann eine ganz konkrete Antwort auf diese Frage finden, wenn dieses Leben zu Ende geht.

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Vor einigen Wochen habe ich den Filmemacher Thomas Schmelzer für unseren Blog zu seinem Film Wiedergeburt interviewt. Dieser Film ist so spannend, informativ und sehenswert, dass er auf dem Cosmic Cine Filmfestival in München gezeigt wurde und dort sogar den Publikumspreis gewann. Der Preis ist in meinen Augen auch wirklich berechtigt. Thomas interviewt in diesem Film Menschen aus unterschiedlichsten Sparten zum Thema Wiedergeburt. Am Ende entlässt er den Zuschauer mit dem Hinweis, dass auch er selbst nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es die Wiedergeburt gibt. Das Ende hat mir gut gefallen. Damit versucht er nicht, dem Zuschauer eine Meinung überzustülpen, sondern entlässt ihn selbstverantwortlich. Diese Offenheit hat mich an die Veden erinnert: “Wer weiß es schon?“, heißt es auch im Schöpfungsmythos des RgVeda, der sich mit den essenziellen Fragen des Seins beschäftigt. Und auch stellt der RgVeda mehr Fragen, als dass er Antworten gibt.

Neben vielen Experten wie dem Verleger Peter Michel, der sich besonders mit den Reinkarnationstheorien des Buddhismus und Hinduismus auskennt, hat Thomas auch einige Therapeuten interviewt, die Reinkarnationstherapien anbieten. Neben den Erfahrungen der Therapeuten haben mich in dem Film besonders die Interviews beeindruckt, die mit Teilnehmern der Reinkarnationssitzungen geführt wurden. Sie sind vollkommen unvoreingenommen in die Sitzungen gegangen und haben tiefe Erfahrungen während der Behandlungen gemacht, sodass für sie jetzt feststeht, dass sie bereits gelebt haben.

Den Körper wie ein altes Kleid ablegen

Die Bhagavad-Gita beschreibt, dass wir wiedergeboren werden und am Ende unseres Lebens unseren Körper ablegen – wie ein altes Kleid. Ich finde diese Vorstellung immer wieder aufs Neue sehr beeindruckend und frage mich dann: Wer stirbt? Und mehr noch: Was wird wiedergeboren? Und: Wer entscheidet, wo ich wiedergeboren werde?

Ich selbst hatte einmal in Mexiko, genauer gesagt in einer alten Tempelanlage in Palenque das Gefühl, dort schon einmal gelebt zu haben. Dieses Gefühl stellte sich ganz spontan ein. Es war, als würde gerade eine Verschiebung in meinem Raum-Zeit-Erleben passieren und als würde ich Jahrhunderte zurückkatapultiert. Meine Schwester, die mich auf dieser Reise begleitete, hatte übrigens eine ganz ähnliche Erfahrung.
Vielleicht hast du selbst ja auch schon einmal eine solche Erfahrung gehabt. Wenn ja, dann lass uns wissen, was genau du in diesem Moment erlebt hast.

Zudem habe ich auch immer wieder die Erfahrung gemacht, dass mir Menschen, die eine ganz zentrale Rolle in meinem Leben gespielt haben, bereits bei der ersten Begegnung irgendwie sehr vertraut waren. Ihre Körper und ihre Namen waren mir zwar fremd, ihre Energien hingegen waren mir aber sehr vertraut.
Vielleicht hast du auch bereits das Gefühl gehabt, einem Menschen schon einmal begegnet zu sein? Wenn ja, ging es dem anderen Menschen genauso? Erzähl uns deine Geschichte hierzu!

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Wiedergeburt gelingt nicht über den Verstand. Es sind Gefühlen, Ahnungen und an bestimmten Orten oder mit bestimmten Menschen das Wissen, dass ich schon einmal dort war oder wir einander schon einmal begegnet sind. Es ist aber kein kognitives Wissen, sondern ein Wissen, das den Verstand übersteigt. Vielleicht sollte ich es auch lieber als Gewissheit bezeichnen.

Rückführungen in ein anderes Leben

Bislang hat mich das Thema Rückführung nicht sonderlich interessiert, aber Thomas Schmelzer hat in seinem Film immer wieder Ursula Demarmels zu Wort kommen lassen. Sie führt Menschen in frühere Leben zurück und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den Fragen: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Welchen Sinn hat unser Leben? Die Antworten, die Menschen gefunden haben, die mit Ursula gearbeitet haben, waren sehr berührend und es scheint, als hätten die Rückführungen es ihnen möglich gemacht, ihr eigenes Dasein als unsterbliche göttliche Seele zu erforschen und dadurch auf einer tieferen Ebene Frieden mit sich selbst und dem Leben schließen zu können. Wer weiß, vielleicht werde ich irgendwann einmal eine solche Sitzung machen.

Durch den Film wurde mir wieder einmal bewusst, dass jeder Moment so kostbar ist und ein mögliches späteres Leben prägt. Deshalb versuche ich jetzt noch mehr darauf zu achten, was ich tue, was ich denke und wie ich zu anderen Menschen aber auch zur Umwelt bin. Und dann werde ich selbst am Ende meines Daseins erfahren, ob ich diesen Körper abwerfe wie ein altes Kleid, um dann in einem neuen Körper weiter auf dieser Erde zu wandeln.Anzeige

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse gilt der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.

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