Wusstest du, dass in deinen Händen in jedem Moment ein ganz besonderes Potenzial schlummert? Ein Potenzial, das dir prinzipiell jederzeit zugänglich ist, und welches dich mit deinem Innersten verbinden kann. Die Rede ist von der großen Kraft der Mudras.
Anzeige

Was sind Mudras?

In unserem Kulturkreis kennen wir heute vor allem Hand-Mudras (hasta-mudra) – aber z.B. auch gewisse Haltungen der Augen, der Zunge oder dem ganzen Körper werden als Mudras bezeichnet. Sie sind Gesten oder Haltungen, in denen eine energetische und spirituelle Kraft verborgen liegt. Oftmals sind sie mit einer symbolischen Bedeutung aufgeladen.

Du kannst Mudras aktiv als kleine Achtsamkeitsanker nutzen – in einem Moment, in dem du deine Hände bewusst zu einer bestimmten Mudra formst, bist du im Hier und Jetzt. Mit der Bedeutung hinter einer gewissen Handhaltung kannst du außerdem deinen Fokus auf ein ganz spezielles Thema lenken.

Betrachten wir beispielsweise die Chin-Mudra, die du sicher schon mal gesehen oder auch in einer Yogastunde eingenommen hast. Hierbei werden die Kuppen von Daumen und Zeigefinger zusammengeführt während die drei übrigen Finger gestreckt bleiben. Diese Geste symbolisiert die Vereinigung des kosmischen (Daumen) mit dem individuellen (Zeigefinger) Bewusstsein – was letztendlich das Ziel aller Yogapraktiken ist. Die gestreckten Finger stehen für die drei Gunas, die Haupteigenschaften der Ur-Natur: Rajas (Aktivität, Bewegung, Unruhe), Tamas (Lethargie, Trägheit) und Sattva (Reinheit, Harmonie, Licht). Wenn du die Chin-Mudra einnimmst, kannst du deinen Fokus auf die Verschmelzung deiner Essenz mit dem Göttlichen lenken.

Ich persönlich finde es besonders bereichernd, meiner Hatha-Yoga-Praxis durch Mudras noch mehr Tiefe zu verleihen. In der Kriegerin 2, im Berg oder Fersensitz nehme ich gerne zusätzlich eine Handhaltung ein und versuche, ganz eins zu werden mit der Mudra und ihre symbolischen „Ladung“ in mich überfließen zu lassen.

Wirkung von Mudras

Wenn du Mudras einnimmst, dann ist das also nicht nur ein körperlicher Akt. Sie wirken sich auf dein ganzes Wesen aus – auf deinen Körper, auf dein Denken und dein Fühlen! Mit jeder Mudra sendest du eine ganz bestimmt Nachricht an dich selbst aus.

Ihre Wirkkraft entfaltet sich dabei auf verschiedenen Ebenen, nämlich auf der körperlichen, geistig-emotionalen sowie energetischen. Sie sind so kraftvoll, dass sie teilweise sogar gezielt zur Unterstützung bei der Heilung von körperlichen, mentalen und emotionalen Ungleichgewichten eingesetzt werden.

Im Ayurveda, der indischen Lehre vom gesunden Leben, werden die einzelnen Finger den Elementen und damit assoziierten Grundprinzipien zugeordnet:

    • Daumen: Feuer
    • Zeigefinger: Luft
    • Mittelfinger: Raum / Äther
    • Ringfinger: Erde
    • Kleiner Finger: Wasser

Führst du bspw. Mittelfinger und Daumen zusammen und übst leichten Druck auf die Fingerkuppe des Mittelfingers aus, wirkst du somit auf das Äther-Element ein und schaffst Raum und Weite im Körper. Führst du hingegen Ringfinger und Daumen zusammen und übst leichten Druck auf die Fingerkuppe des Ringfinger aus, erdest du dich und findest innere Stabilität. Darüber hinaus kann die Hand auch in bestimmte Zonen eingeteilt werden, die mit bestimmten Organen und Körperteilen verbunden sind.

Hand-Mudras wirken sehr subtil. Je mehr du deine Achtsamkeit schulst, umso feinfühliger wirst du ihre Wirkungen erspüren können. Das Bedarf Übung und Geduld.

Ausführung der Mudras

Mudras kannst du im Prinzip immer und überall üben – in der Kasse am Supermarkt, abends im Bett vor dem Einschlafen oder wenn du in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit bist. Sei dir aber dessen bewusst, dass sich ihre Kraft nur dann entfalten kann, wenn du deine Achtsamkeit in ihnen bündelst. Dabei kommt es nicht darauf an, wie lange du eine Mudra einnimmst, sondern darauf, wie still du im Geist werden und den Fokus halten kannst.

Der Druck der Finger ist hierbei ganz sanft, deine Hände dürfen entspannt sein. Über die Handhaltung hinaus versuche eine innere Haltung einnehmen – werde ganz eins mit deiner gewählten Mudra.

Es liegt in deinen Händen, dir das Potenzial der Mudras zunutze zu machen!

3 Mudras und ihre Wirkung

Pran-Mudra – für Energie und innere Stärke

pran-mudraWie: Führe die Kuppen von Daumen, Ring- und kleinem Finger zusammen. Zeige- und Mittelfinger bleiben gestreckt.
Wirkung: Die Mudra sorgt für mehr Vitalität und Selbstsicherheit. Während du sie hältst, kannst du dich bewusst auf deinen Atem fokussieren und gezielt mehr Prana (Lebenskraft) über die Luft aufnehmen.

 

Lotus-Mudra – das Herz öffnen

Lotus-MudraWie: Halte die Hände auf Höhe des Herzens. Die Handgelenke berühren sich. Spreize alle Finger und führe dann nur Daumenspitze auf Daumenspitze und kleinen Finger auf kleinern Finger.
Wirkung: Die Mudra wirkt gezielt auf das Herzchakra, es öffnet dich für die göttliche Kraft in dir und für universelle Liebe. Die Lotusblüte ist ein Symbol für Fülle. Der Lotus findet immer seinen Weg durch den Schlamm an die Oberfläche.

 

Hakini-Mudra – die Konzentration fördern

Hakini-MudraWie: Halte deine Hände vor dem Brustraum. Spreize die Finger und lege dann alle Fingerkuppen aneinander: Daumen an Daumen, Zeigefinger an Zeigefinger usw.
Wirkung: Rechte und linke Gehirnhälfte werden miteinander verbunden.

 

 Anzeige