Green Yoga bedeutet, sich mit der Natur zu verbinden und mit ihr im Einklang zu leben. Gar nicht so leicht, oder? Denn dazu gehört mehr, als zu wandern oder einen schönen Strand zu genießen.

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Ich liebe es, in der Natur zu sein. Besonders jetzt im Sommer, wenn ich in den Bergen bin, wird mir wieder bewusst, wie wichtig die Natur ist. Und wie gut es mir tut, wenn ich mich mit ihr verbinde.

Green Yoga: Tipps von David Lurey

In unserer Ausgabe 104 habe ich David Lurey interviewt, der dort sein Konzept von Green Yoga vorstellt. Damit gemeint ist ein bewusster Umgang mit der Natur. David hat uns ein paar wichtige Tipps mit auf den Weg gegeben. Zwei davon möchte ich dir hier vorstellen:

  1. Widme deine Yogapraxis der Dankbarkeit: Danke der Erde und deinem Körper, der Natur und dem Kosmos.
  2. Yamas und Niyamas ökologisch betrachtet: Integriere die Prinzipien in dein tägliches Leben und schau, wo du hier umweltbewusst agieren kannst.

Yogapraxis der Dankbarkeit

Der erste Punkt fällt mir sehr leicht. Ich bin sehr, sehr dankbar! Dankbar dafür, dass ich Wasser zur Verfügung habe; und das jederzeit und so viel ich möchte. Dies ist keine Selbstverständlichkeit mehr, zumal Wasser als Ressource immer knapper wird. Ich bin auch dankbar dafür, dass ich immer wieder in Flüssen und Seen baden kann, die nicht verstrahlt oder ausgetrocknet sind, sondern sich durch klares Wasser auszeichnen. Ich bin auch dankbar dafür, dass ich gesunde Sachen essen kann. Für so vieles bin ich dankbar. Und du? Kannst du aus dem Stand zehn oder besser noch 100 Dinge aufzählen, für die du dankbar bist? Teile mit uns drei Dinge, für die du dankbar bist. Darüber würden wir uns sehr freuen!

Yamas und Niyamas ökologisch betrachtet

Hier wird es schon etwas schwieriger. Ich habe ein großes Problem mit dem ganzen Plastik. Auch wenn ich in den Bioladen gehe, finde ich zahlreiche Artikel vor, die in Plastik eingepackt sind. Da habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht anders kann, als diese Artikel zu kaufen. Wenn ich aber auf der anderen Seite sehe, wie viele Tiere sterben, weil Plastik ins Meer geschüttet wird und die Tiere deswegen sterben, ist das in meinen Augen ein Akt der Gewalt.
Ahimsa bedeutet Gewaltlosigkeit. Wenn ich also im Hinblick auf das Leben der Tiere bewusst auf den Kauf von Plastik verzichte, dann ist das für mich ein Akt der Gewaltlosigkeit. Diese Verbindung mag vielleicht weit hergeholt klingen, aber ich habe das Gefühl, dass ich an einem gewaltsamen Tod beteiligt bin, wenn Fische elendig verrecken, weil sie Plastikteile verschlucken. Ich kaufe so viele Produkte wie möglich, die offen oder in Glas verpackt sind, aber manchmal gibt es gar keine andere Alternative. Anscheinend. Vielleicht hast du ja eine Lösung? Wie gehst du damit um? Deine Lösungsvorschläge und Tipps würden mich sehr interessieren!

Den Blick auf das Gute richten

An manchen Tagen bin ich allerdings ziemlich verzweifelt darüber, wie wir mit der Erde umgehen. Besonders an jenen Tagen, an denen ich in der Stadt bin und die Luft hier immer schlechter wird. Dann frage ich mich, ob all mein Fahrradfahren, mein Zugfahren, Laufen und achtsames Gehen überhaupt irgendetwas nutzt. An solchen Tagen muss ich dann schon sehr darauf achten, dass ich nicht verzweifle angesichts der Ignoranz vieler Menschen, die aus Machtgier die Dieselwerte manipulieren und die Umwelt verschmutzen.

Wenn ich dann meine Aufmerksamkeit auf die vielen guten Projekte lenke, die es mittlerweile gibt, geht es mir wieder besser. Besonders gut gefällt mir Foodsharing. Darüber habe ich bereits in YOGA AKTUELL berichtet. Foodsharing setzt sich dafür ein, dass nicht so viele Lebensmittel weggeschmissen werden. Durch einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln wird nicht so viel Müll produziert und gleichzeitig gehen wir in meinen Augen auch bewusster mit der Erde und mit allem, was auf ihr wächst und gedeiht um. Brahmacharya, die Mäßigung, spielt hier für mich auch eine wichtige Rolle. Das bedeutet in Bezug auf Foodsharing, dass man hier nach und nach wirklich bewusster wird im Einkauf von Lebensmitteln und im Umgang mit ihnen. Brahmacharya spielt aber überhaupt eine wichtige Rolle beim Green Yoga. Ich selbst mäßige mich zum Beispiel, wenn es darum geht, weniger mit dem Auto zu fahren. Ich fahre nur noch dann, wenn es wirklich notwendig ist. Früher bin ich manchmal mit dem Auto gefahren, weil ich einfach zu faul war, zwanzig Minuten zu radeln oder es zu windig war oder regnete. Heute ziehe ich mich entsprechend an und fühle mich hinterher nicht nur wohler, sondern auch fitter. Ich tue mir selbst und der Umwelt etwas Gutes, wenn ich nicht so viele Abgase produziere. Besser noch: gar kein Auto fahren oder mit der Mitfahrzentrale unterwegs sein.

Apropos Gutes: Gestern habe ich das Buch Die Macht des Guten von Daniel Goleman gelesen. In diesem Buch, in dem der Autor über die Visionen des Dalai Lama schreibt, ermahnt er die Leser und meint, dass wir ALLE unser Bewusstsein ändern müssten und wie wirkungsvoll es wäre, wenn wir es täten. Nachdem ich seine Aufforderung gelesen habe, habe ich mir vorgestellt, dass wirklich ALLE Menschen auf dieser Welt einen ganzen Tag lang umweltbewusst handeln würden. Das war eine wunderschöne Vision! Es war plötzlich so viel Frieden, so viel Verbundenheit und Liebe spürbar!

Wer weiß, vielleicht wird diese Vision, die ich jetzt mit dem Dalai Lama teile, eines Tages Wirklichkeit. Hast du auch eine Vision hinsichtlich eines guten Umgangs mit der Natur?

Bis diese Vision Wirklichkeit wird – und das wünsche ich mir von ganzem Herzen –, kann ich nur versuchen, selbst die Veränderung zu sein, die ich mir wünsche – und noch umweltbewusster leben. Jeden Tag ein bisschen mehr.Anzeige