Unser Geist wird gerne mit einer Horde wilder Affen, einem neugierigen Welpen oder einem See nach einem Sturm bezeichnet. Die Meditation, ob im Sitzen oder Gehen, gilt als eine hervorragende Möglichkeit, ihn zu beruhigen.

Anzeige

Allerdings kann es eine Zeitlang dauern, bis sich unser Geist beruhigt hat und in die uns innewohnende Stille eintaucht und erkennt, dass diese Stille unsere wahre Wesensnatur ist. Manchmal ist der Geist also vollkommen damit überfordert, wenn wir die Augen schließen und uns auf den Atem konzentrieren oder in die Stille eintauchen. Deshalb ist es besonders in schwierigen und herausfordernden Zeiten gut, ihm etwas an die Hand zu geben. Ja, manchmal kann es sogar sein, dass wir selbst aufgrund schwieriger äußerer Umstände vollkommen überfordert sind und es uns guttut, wenn wir etwas Unterstützung erfahren.

Hierfür eignet sich folgende Meditation besonders gut. Sie stammt aus der Feder von Thich Nhat Hanh, jenem vietnamesischen Mönch, der die Achtsamkeitmeditation hier im Westen eingeführt hat.

Die folgende Meditation stammt aus seinem Buch „Versöhnung mit dem inneren Kind“. Darin beschreibt der Mönch, dass er einmal in Seoul eine Gehmeditation angeleitet hat und sich vollkommen überfordert fühlte, als er umgeben war von Fotografen, die diese Meditation ablichten wollten. Thay, wie er auch liebevoll von seinen Schülern genannt wird, rief in dieser Situation Buddha an, um ihn zu unterstützen. Eine wunderschöne Idee! Und seiner eigenen Schilderung nach erschien Buddha umgehend, um Thich Nhat Hanh zu helfen.

Daraus entstand die folgende Meditation. Sie ist besonders hilfreich, wenn man sich in einer Situation befindet, in der man sich überfordert fühlt. Thich Nhat Hanh empfiehlt sie besonders für schwierige Zeiten.

Solltest du also einmal in einer Situation sein, in der du das Gefühl der Überforderung hast, dann kannst du den Buddha anrufen, damit er dir hilft. Besonders dann, wenn das achtsame Gehen oder das achtsame Atmen zur Herausforderung wird. Bitte ihn einfach, dir zu helfen!

Lass den Buddha atmen. Lass den Buddha gehen.
Ich muss nicht atmen. Ich muss nicht gehen.
Der Buddha atmet. Der Buddha geht.
Ich genieße das Atmen. Ich genieße das Gehen.
Der Buddha ist Atmen. Der Buddha ist Gehen.
Ich bin Atmen. Ich bin Gehen.
Es gibt nur Atmen. Es gibt nur Gehen.
Niemand atmet. Niemand geht.
Frieden während des Atmens. Frieden während des Gehens.
Frieden ist Atmen. Frieden ist Gehen.

Buch: Thich Nhat Hanh: Versöhnung mit dem inneren Kind. Von der heilenden Kraft der Achtsamkeit. O.W. Barth Verlag 2011.Anzeige