Gute Vorsätze fassen wir mit dem festen Willen, sie auch tatsächlich umzusetzen – und das nicht nur zu Neujahr. Motiviert werden wir oft durch ein schönes Yogaretreat, eine bereichernde Fortbildung oder einen Ratgeber, der am Ende mit Zufriedenheit und Glück lockt. Aber meistens scheitern wir. Warum? Wir nehmen uns zu viel vor.

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Wer kennt das nicht: Du willst dein Leben in Ordnung bringen und ernsthaft etwas an dir oder deinem Leben ändern und nimmst dir hoch motiviert etwas vor: Ab morgen meditiere ich täglich! Ab sofort mache ich dreimal pro Woche eine ganze Stunde Yoga! Und meine Ernährung stelle ich gleich auch noch um! Nicht selten passiert es dir, wie den meisten, dass du unterwegs aufgibst und die Flinte ins Korn wirfst. Die Frustration ist groß und die Kluft zwischen guten Absichten und deren Umsetzung wird unüberwindbar. Demotivierend ist das Ganze dann auch noch. Es ist ja nicht nur so, dass du viel Energie und Zeit damit verbracht hast, jeden Morgen mit dem inneren Schweinehund zu kämpfen, der partout nicht auf die Yogamatte will, sondern du fühlst dich früher oder später auch noch als großer Looser, wenn er siegt.

Warum scheitern wir? An Willen oder Motivation wird es dir nicht fehlen. Der Grund dafür liegt meistens ganz woanders: Die Strategien auf dem Weg zum Erfolg sind die falschen! Meist sind es Gewohnheiten, die wir ändern wollen. Und das geht leider nicht von heute auf morgen. Gewohnheiten bilden sich bekanntlich mit der Zeit durch Wiederholungen heraus. Es dauert eine ganze Weile, bis sie in Fleisch und Blut übergegangen sind. Und demnach braucht es auch Zeit, sie wieder loszuwerden.

Wenn du dir also vorgenommen hast, morgens nach dem Duschen Yoga zu machen anstatt zu frühstücken, musst du die neue Gewohnheit erst einmal etablieren. Das dauert im Schnitt 66 Tage, bis ein guter Vorsatz zur Gewohnheit geworden ist. Also solltest du diese Zeitspanne einplanen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, dass du dich nicht überforderst. Vielleicht solltest du dir nicht gleich eine ganze Stunde Yoga vor dem Frühstück vornehmen, sondern einfach nur fünf Minuten. Diese sogenannten Mini-Habits garantieren Erfolgserlebnisse. Forschungen haben ergeben, dass Mini-Habits die Willenskraft nicht erschöpfen. Der Wille schwächelt nur, wenn folgende Faktoren vorhanden sind:

Anstrengung: Mini-Habits sind nicht anstrengend. Fünf Minuten Yoga schafft jeder. Du wirst dich danach nicht erschöpft fühlen, sondern bist zufrieden mit dir. Du wirst danach frei entscheiden können, ob du noch mehr tun willst.

Wahrgenommene Schwierigkeit: Kurze Übungen sind nicht problematisch. Die kannst du gut auch mal zwischendurch machen. Ein Besuch im Yogastudio hingegen ist gleich viel aufwendiger.

Subjektiv empfundene Müdigkeit: Wenn du dir ein Ziel aussuchst, das groß und weit entfernt ist, tritt schneller und eher ein Gefühl der subjektiven Müdigkeit ein, als wenn du eine kurze Entfernung zurücklegen musst. Es heißt: „Ein kleiner Sieg über unser Gehirn ist ein großer Sieg.“

Mach dir also bewusst, dass eine Reise von tausend Meilen mit ersten Schritten beginnt. Schraube deine Erwartungen an dich selbst also lieber anfangs etwas niedriger. Und sei dir bewusst, dass auch ein steter Tropfen den Stein höhlt.

Namaste!

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