Erst wenn wir mit der Vergangenheit Frieden geschlossen haben, wenn uns die Wut, die Verletzungen, die Trauer, der Verlust, ja vielleicht sogar der Hass nicht mehr martern, erst dann kann das Leben wieder im Hier und Jetzt gelebt werden.

Unsere Seele spricht über unseren Körper

Wenn der Verstand ohne Unterbrechung gefüttert wird, die Seele keine Pause erhält, dann fängt sie an, über unseren Körper zu sprechen, zu rebellieren. Erst sind es Kleinigkeiten wie Blähungen, Magendrücken, Sodbrennen, Kopfschmerzen o.ä. – die melden, dass etwas in uns gärt, dass uns etwas be-drückt. Wenn diese Zeichen nicht erhört werden, fängt die Seele an zu schreien. Das kann bis zu einer Krebserkrankung führen, die zeigen möchte, dass etwas in uns frisst … uns auffrisst.

Kennst du diese oder ähnliche Aussagen:
Das macht mich ganz krank.
Ich kann nicht mehr schlafen.
Am Abend trinke ich Alkohol, dann geht’s.
Meine Gedanken kommen nicht zur Ruhe.
Ich habe Kopfschmerzen. Ich habe Migräne.
Ich kann nichts mehr essen.
Mir wird schlecht.
Ich stopfe vor lauter Ärger und Frust alles in mich hinein.
Ich habe solche Rückenschmerzen. Ich hab mein Kreuz zu tragen
(die Vergangenheit liegt auf dem Rücken).
Am liebsten würde ich morgens gar nicht mehr aufstehen.
Ich will niemanden sehen und möchte am liebsten allein sein.
Ich rauche viel zu viel.
Mein Darm spielt verrückt
(der Darm ist das zweite Gehirn!).

Die Liste könnte ich noch lange fortführen. Kommt dir irgendetwas davon bekannt vor? Frage dich: Meine Beine – wohin wollen sie nicht mehr gehen? Meine Zähne – habe ich sie zu lange zusammengebissen? Meine Augen – wo wollen sie nicht mehr hinschauen, was wollen oder können sie nicht mehr sehen? Oder sind sie „blind“ für etwas? Meine Ohren – was können oder wollen sie nicht mehr hören?

Zwei Zauberworte zum Loslassen

Vielleicht fragst du dich, wie „Loslassen“ funktionieren soll. Gedanken sind doch immer da, oder? Es gibt unendlich viele Möglichkeiten in ganz unterschiedlichen Varianten. Aber die zwei wirksamen Zauberworte heißen VERGEBUNG und DANKBARKEIT. Auch für den „Bruder Schmerz“ sollten wir dankbar sein, denn hätten wir all den Schmerz nicht erlebt, hätten wir die Essenz der Erfahrungen nicht.

Mir hat das Schreiben geholfen, denn Gedanken auf Papier zu manifestieren, ist (m)eine Art des „Loslassens“. Meine Gedanken schwirrten. Gedichte kamen mir in den Sinn, Gefühle kamen zum Vorschein und lustige und tiefgehende Geschichten bewegten mich. Ich schrieb und schrieb, auch mitten in der Nacht, wenn mich die Schlaflosigkeit plagte. Für eine Veröffentlichung waren meine Geschichten und Gedichte gar nicht gedacht! Aber es kam anders … und je mehr ich mich mit dem Niedergeschriebenen befasste, umso ideenreicher und tiefer, ja sogar spiritueller wurden meine Texte. Ergänzende passende Worte – nicht nur aus der Bibel – halfen mir, nachzudenken und den Sinn zu erkennen.

Mir wurde so viel bewusst. Vor allem, dass ich im Herzen vergeben muss und dass ich dankbar sein soll für so viele „Arsch-Engel“ (wie Robert Betz die Personen benennt). Worte und Gesten waren oft wie Schläge.

So haben sich meine Denkweise und meine Taten verändert. All-ES ist gut! Das ist Arbeit, Seelenarbeit, die nicht von heute auf morgen erledigt ist, aber es funktioniert! Ich bin erleichtert, habe Ballast abgeworfen. Gib Balsam auf deine Seele damit sie wieder heil (ganz) werden kann. Werde selbst-bewusst, also dir deinem Selbst bewusst! Bewusstwerden heißt erwachen.

Meditation, Lichtarbeit, Arbeiten mit dem „inneren Kind“, Yoga usw. sind Wege und Hilfsmittel, um das Ziel zu erreichen. Auch Gespräche mit guten Freunden oder Therapeuten helfen. Schreie im Auto oder im Wald können auch ein Loslass-Ventil sein. Probier aus, was zu dir passt und was dir gut tut. Ich habe das Trommeln für mich gefunden.

Öffne dein Herz, tu Gutes, lächle (mal wieder), tanze, gebe der Dunkelheit in dir Licht! Denn nur Licht kann einen dunklen Raum erhellen. Umgebe dich mit Menschen, bei denen du dich wohlfühlst, schiebe die Personen weit von dir, die dir Energie und Kraft rauben (Energie-Vampire) und dann geh den ersten Schritt … auf dem Weg deines Herzens.

Wer etwas verändern will, kommt an sich selbst nicht vorbei. Viel Erfolg!

Autor

19112017-1228Sabine Küffner ist Verlagskauffrau, Altenpflegerin, Yoga-Lehrerin, Ayurveda-Therapeutin und Autorin. Allein ihr beruflicher Weg zeigt ihre Richtung. Der gemeinsame Weg mit ihrem Partner ist der Yoga des Herzens. Sabine ist in Indien/Udaipur bei der Unterstützung von ausgesetzten Mädchen persönlich aktiv (Mutter Teresa Waisenhaus). www.ayurveda-yoga-bine.de

Zum Weiterlesen:
Sabine Küffner: Ananda: Gedanken, Gefühle, Geschichten, Books on Demand 2017Anzeige