Yoga und Umweltbewusstsein gehören untrennbar zusammen. Schließlich wissen Yogis, dass alles miteinander verbunden ist und die spirituelle Praxis mit einem bewussten Umgang mit der Welt beginnt. Aber manchmal weiß man einfach nicht, wie und wo man anfangen soll. Olga Witt gibt in ihrem Buch Ein Leben ohne Müll. Mein Weg mit Zero Waste zahlreiche gute Tipps.

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Erste kleine Schritte: Vermeide Einwegprodukte

Nichts in unserem Haushalt ist so austauschbar wie Einwegprodukte. Viele Produkte haben nach einmaligem oder kurzem Gebrauch ihren Zweck erfüllt und werden entsorgt. „Wisch und Weg“ ist ein bekanntes Beispiel. Mit diesen Dingen produzieren wir unendlich viel Müll und verschwenden viele Ressourcen. Es geht auch anders!

Stoff statt Papier

Papierservietten haben den Markt erobert, bringen aber jede Menge Nachteile mit sich: Wenn sie auch fröhlich aussehen und zu jedem Anlass entsprechend farblich passen, so machen Papierservietten viel Dreck. Sie sind in Kunststofffolie verpackt und wandern nach einmaligem Gebrauch sofort in den Müll. Aber schlimmer noch: Oft werden die Servietten noch nicht einmal gebraucht, sondern am Ende eines Festes dann allesamt weggeworfen. Ein Satz Stoffservietten ist hier eine umweltfreundliche Alternative. Mit persönlichen Serviettenringen kann man sie dann auch mehrfach verwenden und braucht sie nicht jedes Mal zu waschen.

Eine Küchenrolle ist äußerst praktisch und universell einsetzbar. Gleichzeitig aber produziert sie sehr viel Müll. Alte Handtücher hingegen bilden den idealen Ausgangsstoff für einen guten Lappen und stellen eine wundervolle Möglichkeit dar, ausgedienten Handtüchern ein zweites Leben zu schenken.

Strohhalme müssen nicht aus Plastik sein. Man kann sie auch aus Glas, Bambus oder Edelstahl kaufen. Sie verleihen jedem Cocktail eine ganz neue Note und sind auch haptisch eine lohnenswerte Alternative zum Kunststoffstrohhalm.

Teelichter befinden sich in einer Aluminiumschale, die nach dem Gebrauch weggeworfen wird. Es geht auch anders, denn man kann Teelichter auch ohne Schale kaufen und in ein passendes Glasschälchen stellen. Ideal ist das nicht, denn der Fuß des Dochts ist immernoch aus Aluminium. Eine Alternative hierzu ist eine Kerze.

Wochenmarkt statt Supermarkt

Auf dem Wochenmarkt findest du ein ähnliches Sortiment wie im Bioladen. Auf dem Markt läuft die Lieferkette bis zum Konsumenten allerdings relativ verpackungsfrei ab. Die Bauern verpacken ihre Lebensmittel aus eigenem Anbau lose in Kisten und verkaufen sie daraus. Das spart viel Verpackungsmaterial und ist auch ein Garant dafür, dass die Waren frisch sind und weniger Ausschuss entsteht. Auf Wochenmärkten finden sich übrigens meist auch gute Bäcker, denen man nur die eigene Tasche hinhalten muss, mit der Bitte, das Brot direkt dort hineinzupacken.

Verpackungsfreier Supermarkt

Mittlerweile immer häufiger anzutreffen sind Supermärkte, in denen die Lebensmittel aus großen Säcken oder Spendersystemen abgefüllt werden. Dieses System hat den Vorteil, dass du die Menge ganz individuell und auf deine eigenen Bedürfnisse abstimmen kannst.

Doppelt und dreifach verpackt

Es geht auch einfach! Wenn du genau hinschaust, wirst du sehen, dass zahlreiche Produkte mehr Verpackung haben, als unbedingt nötig. Sie haben oft eine größere Außenverpackung, um einen größeren Anschein zu erwecken oder aber um den Inhalt in mundgerechtere Portionen zu unterteilen. Nimm dir beim Kauf des Produkts bitte etwas mehr Zeit und überprüfe, ob du das gleiche oder ein ähnliches Produkt mit etwas weniger Verpackung finden kannst.

Die Größe zählt

Je kleiner die Verpackung, desto ungünstiger das Preis-Müll-Verhältnis. Der Kauf der Kirschtomaten in der Hartplastikschale produziert viel mehr Müll, als wenn du einen ganzen Bund ausgewachsener Tomaten kaufst. Noch günstiger und umweltfreundlicher wird es natürlich, wenn du ein ganzes Kilo kaufst, anstelle nur 100 g. Hier entsteht das Problem, dass eine solch große Menge Schädlinge anzieht und Platz braucht. Solche Großeinkäufe bieten sich besonders für eine Gemeinschaft an. Das spart viel Verpackung und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.

Diese Tipps sind ein kleiner Anfang und machen deutlich, wie viel Verpackung du sparen und der Umwelt somit etwas Gutes tun kannst.

Vielleicht kannst du ja auch den einen oder anderen Tipp an deine Yogaschüler weitergeben. Die werden sich freuen, wenn sie in dir ein Vorbild finden, das umweltbewusst und im Einklang mit der Natur lebt!

Zum Weiterlesen:

ein-leben-ohne-muellEin Leben ohne Müll. Mein Weg mit Zero Waste
Olga Witt
2017 Tectum Sachbuch VerlagAnzeige

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Doris Iding
Doris Iding ist Ethnologin, Yoga-, Meditations- und Achtsamkeitslehrerin sowie Autorin mit Schwerpunkt Integration östlicher Heilverfahren in den Westen und bewusstseinsverändernde Techniken. Ihr besonderes Interesse liegt in der Vermittlung eines neuen Bewusstseins, bei dem der Mensch nicht mehr dogmatisch an alten Traditionen und Lehren festhält, sondern sich dafür öffnet, dass alles miteinander verbunden ist. In ihren Artikeln und Seminaren vermittelt sie auf leichte und spielerische Weise, wie wir entspannt, achtsam und wohlwollend zu uns selbst finden können. Vierzehn ihrer Bücher wurden in andere Sprachen übersetzt.